Wirtschaftspolitik

Continental: Vorwürfe des "kalten Kapitalismus"

Bei Demonstrationen gegen die geplante Schließung eines großen Werks des Autozulieferers Continental geht CDU-Spitzenpolitiker Armin Laschet auf Stimmenfang und wirft dem Konzern "kalten Kapitalismus" vor.

Gegen die geplante Schließung des Aachener Reifenwerks von Continental haben rund 1.500 Menschen demonstriert. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Kandidat für den CDU-Vorsitz Armin Laschet kritisierte bei der Kundgebung in Aachen das Management des Automobilzulieferers scharf. Ein Werk zu schließen, ohne vorher mit der Gewerkschaft und dem Land zu reden, sei "kalter Kapitalismus", sagte Laschet.

Dieses Vorgehen entspreche nicht der Tradition von Sozialpartnerschaft in Nordrhein-Westfalen. Die deutsche Autobranche erwarte Milliardenhilfen vom Staat, sagte Laschet. "Ist es wirklich euer Ernst, alle eure Gesprächspartner so zu brüskieren und einfach ein Werk zu schließen?", hielt der Ministerpräsident dem Continental-Vorstand vor. Für Einsparungen gebe es "intelligente Lösungen", etwa indem der Personalabbau auf mehrere Standorte verteilt werde.

Continental will im Rahmen eines verschärften Sparprogramms die Reifenproduktion in Aachen einstellen. Betroffen wären rund 1.800 Mitarbeiter. Nach Darstellung des Konzerns gibt es in der Reifensparte hohe Kosten und eine Unterauslastung der Kapazitäten. Der Markt in Europa sei rückläufig. Über die Schließungspläne will der Continental-Aufsichtsrat am Dienstag und Mittwoch beraten.

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Der Vorsitzende der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, sagte bei der Kundgebung: "Aachen ist ein hochmodernes Werk, das schwarze Zahlen schreibt." Es in einer "Hauruck-Aktion" ohne Alternativen zumachen zu wollen, sei "kühler Zynismus". Dahinter stehe ein Managementverständnis, "das wir ablehnen", sagte der Gewerkschafter. (dpa/apa/red)