Autozulieferer

Continental rutscht tief in die roten Zahlen

Der Autozulieferer Continental meldet für das zweite Quartal einen hohen Verlust im Zuge der Coronakrise. Eine Prognose für das Gesamtjahr sei weiterhin schwierig, heißt es beim Industriekonzern.

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Der Autozulieferer Continental hat im zweiten Quartal angesichts der Coronakrise tiefrote Zahlen geschrieben. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag bei rund 636 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Hannover auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Vor einem Jahr hatte Continental auf dieser Basis noch 868 Millionen Euro verdient.

Nach sechs Monaten stehen damit gut 200 Millionen Euro operativer Verlust zu Buche. Der Konzernumsatz brach von April bis Juni angesichts der Produktionspausen bei den Autobauern auf vergleichbarer Basis um fast 40 Prozent auf 6,62 Milliarden Euro ein. Schon im ersten Quartal hatte er elf Prozent unter Vorjahr gelegen.

Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich Conti weiter nicht zu: "Obwohl sich die Geschäftsentwicklung bei der Continental im Verlaufe des zweiten Quartals deutlich verbessert hat, ist das wirtschaftliche Umfeld wegen der andauernden Covid-19 Pandemie weiter von großen Unsicherheiten gekennzeichnet. Daher bleibt es weiterhin schwierig, das Ausmaß der nachteiligen Auswirkungen auf Produktion, Lieferkette und Nachfrage abzuschätzen", begründete der Konzern das Zögern.

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Binnen drei Monaten flossen bei Conti 1,78 Milliarden Euro an Finanzmitteln (Free Cash-flow) ab. Trotzdem sieht sich der Konzern finanziell auf soliden Füßen: Per Ende Juni habe Conti ein Liquiditätspolster 10,1 Milliarden Euro, 3,3 Milliarden mehr als Ende März. Der Autozulieferer hatte seine Kreditlinien um drei Milliarden Euro erweitert und drei Anleihen über zusammen 2,1 Milliarden platziert.

Am schlechtesten lief es im Geschäft als Autozulieferer: Hier brach der Umsatz im zweiten Quartal um 46 Prozent ein, der operative Verlust summierte sich auf rund 463 Millionen Euro. Die Getriebesparte, deren Abspaltung Continental verschoben hat, lieferte ein Umsatzminus von 41 Prozent und einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 184 Millionen Euro ab. Schwarze Zahlen schrieb dagegen das Reifengeschäft mit rund 36 Millionen Euro. Der Umsatzrückgang beschränkte sich hier auf ein Drittel. (reuters/apa/red)