Autozulieferer

Continental: Gewinn trotz Gegenwind

Autozulieferer Continental erreicht im dritten Quartal einen höheren Gewinn als erwartet. Für die kommenden Monate stellt sich der Dax-Konzern auf härtere Zeiten ein - und schließt selbst neue Kündigungen nicht aus.

Der deutsche Zulieferer Continental sieht sich trotz zunehmenden Gegenwinds für die Automobilindustrie auf Kurs für seine gesenkten Jahresziele. Der Umsatz lag im dritten Quartal wegen der schwächeren Automobilproduktion in China und Europa mit 10,8 Mrd. Euro zwar am unteren Ende der eigenen Erwartungen, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer der Nachrichtenagentur Reuters.

Aber beim bereinigten Betriebsgewinn habe der DAX-Konzern aus Hannover mit 770 Mio. Euro das selbst gesteckte Ziel übertroffen. Hier waren die Niedersachsen nach zwei Prognosekorrekturen im April und August zuletzt von gut 700 Mio. Euro ausgegangen.

Kostendruck steigt - Umsatzrendite bleibt bei neun Prozent

"Die bereinigte Umsatzrendite sollte im Gesamtjahr wie angekündigt über neun Prozent liegen", bekräftigte Schäfer. Der ganze Konzern arbeite derzeit mit Hochdruck daran, sich auf das geringere Wachstum einzustellen. Der Kostendruck sei deutlich höher als in der Vergangenheit. Deshalb werde in einigen Bereichen auf die Bremse getreten, dazu seien auch Sparprogramme aufgelegt worden.

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Hersteller schließt auch Kündigungen nicht aus

"Die Optimierung der Lieferkette, der Produktionsprozesse, die Fixkostenüberprüfung, das sind Themen", erläuterte Schäfer, ohne konkreter zu werden. Auch ein Personalabbau sei möglich, allerdings mit Augenmaß. Entschieden sei darüber noch nicht, betonte Schäfer. Einzelheiten wird Continental möglicherweise schon mit den Quartalszahlen am 8. November bekanntgeben.

Überraschende Senkung der Ziele im August

Conti hatte Ende August überraschend zum zweiten Mal binnen weniger Monate seine Geschäftsziele eingedampft - unter anderem weil sich die Sparte Antriebstechnik (Powertrain), die für einen Börsengang im nächsten Jahr fit gemacht wird, nicht wie erwartet entwickelte. Schäfer betonte nun, dass die Pläne für die Powertrain-Sparte nicht durch die Marktschwäche in China und Europa infrage gestellt würden. Denn dabei gehe es um eine strategische Neuausrichtung. Es gelte unverändert das Ziel, etwa 25 Prozent der Aktien der Powertrain-Sparte an der Börse zu platzieren.

Zahlreiche Autokonzerne rechnen mit Gegenwind

Die Autobranche kämpft derzeit unter anderem mit den Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China und den Kosten der hausgemachten Dieselkrise. Daimler und BMW haben deshalb ebenfalls ihre Ziele heruntergeschraubt. Volkswagen will seine Zahlen für das abgelaufene Quartal kommende Woche präsentieren. Dann wird sich zeigen, ob auch der weltgrößte Autobauer, der zu den größten Kunden von Conti zählt, seine Prognose nachjustieren muss. (reuters/apa/red)

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