Maschinenbau

Chinesischer Großinvestor hat bei Kuka "strategische Ziele"

Der chinesische Produzent Midea hält inzwischen über zehn Prozent am Augsburger Roboterbauer Kuka. Und gibt offen zu, dass es hier um "strategische Ziele" geht. Jetzt muss Anlagenbauer Voith seine Position verteidigen.

Der chinesische Klimaanlagen- und Haushaltsgerätehersteller Midea sieht seine Beteiligung am Roboterhersteller Kuka nicht als reine Finanzinvestition. Das inzwischen mit 10,2 Prozent an der Augsburger Kuka beteiligte Unternehmen bekannte sich in einer Pflichtmitteilung dazu, mit dem Engagement "strategische Ziele" zu verfolgen, ohne sich dazu genauer zu äußern.

Die Beteiligung der Chinesen ist inzwischen 316 Millionen Euro wert. Die börsennotierte Midea wolle zudem in den nächsten zwölf Monaten bei Kuka weiter zukaufen, hieß es in der Mitteilung. Das trieb die Kuka-Aktiezuletzt weiter in die Höhe.

Voith muss seine Position als Ankeraktionär verteidigen

Die Chinesen rücken damit dem schwäbischen Anlagenbauer Voith zu Leibe, der sich mit 25,1 Prozent als Ankeraktionär von Kuka sieht. Midea war im August zunächst mit fünf Prozent bei Kuka eingestiegen und Anfang Februar zum zweitgrößten Aktionär aufgestiegen - noch vor dem hessischen Unternehmer Friedhelm Loh, der zehn Prozent hält. Investoren müssen ihre Ziele und Pläne offenlegen, wenn sie mehr als zehn Prozent an einem börsennotierten Unternehmen in Deutschland halten.

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Der Fall reiht sich in eine Übernahmewelle aus China, die gerade den deutschen Mittelstand erfasst hat. Bei der Einkaufstour von deutscher Technologie haben es Chinesen besonders auf den Maschinenbau und die Umwelttechnik abgesehen. So sorgte erst im heurigen Jänner die Komplettübernahme des Münchener Spezialmaschinenbauers KraussMaffei durch ein Konsortium um den staatlichen chinesischen Chemiekonzer ChemChina für großes Aufsehen.

Auch der Müllverbrennungsanlagen-Betreiber EEW Energy from Waste und die Wasser-Sparte von Bilfinger wurden jüngst komplett nach China verkauft. Inzwischen wird bereits öffentlich diskutiert, wer die möglichen nächsten Kandidaten für Beteiligungen mit dem Ziel einer Mehrheitsübernahme sein könnten. Mehr dazu in diesem Hintergrundbericht: Betriebe in Deutschland werden zur begehrten Beute >>

(Reuters/APA/red)

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