Autohandel

Chinas Automarkt setzt zu einer Aufholjagd an

Nach den starken Einbrüchen der letzten Wochen auf dem größten Automarkt der Welt sind die Verkaufszahlen im April nach Angaben des chinesischen Herstellerverbandes CAAM offenbar wieder gestiegen.

Der chinesische Automarkt setzt nach der Coronakrise zu einer beispiellosen Aufholjagd an. Wenige Monate nach Ausbruch der Pandemie sind die Fahrzeugverkäufe nach Angaben des chinesischen Herstellerverbandes CAAM im April wahrscheinlich wieder gestiegen.

Nach vorläufigen Zahlen habe der Absatz im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 0,9 Prozent auf zwei Millionen Fahrzeuge zugelegt, teilte der Verband mit. Die Prognose basiere auf Verkaufsdaten wichtiger Unternehmen. Seit Jahresbeginn sind die Verkäufe auf dem weltgrößten Automarkt demnach um 32 Prozent auf 5,67 Millionen Einheiten gesunken. Die endgültigen Zahlen will der Herstellerverband am 11. Mai veröffentlichen.

Flaute begann schon vor der Coronazeit

Ein Anstieg der Autoverkäufe im April wäre der erste nach 21 Monaten. So lange schwächelt Chinas Automarkt bereits wegen des Zollstreits mit den USA und der schleppenden Konjunktur. Später kamen die drastischen Maßnahmen der Regierung hinzu, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, das seinen Ausgang in der Provinz Wuhan nahm. Inzwischen läuft die Autoproduktion wieder.

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Auch VW und GM melden steigende Absätze

Die beiden Schwergewichte in China, Volkswagen und General Motors, hatten bereits von einer Erholung der Pkw-Verkäufe berichtet. VW-China-Chef Stephan Wöllenstein schrieb jüngst auf Linkedin: "Wir sind Zeugen eines hervorragenden Comebacks." Zu Jahresanfang habe sich die Branche wegen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Lockdown befunden. "Jetzt, im Frühsommer, können wir uns auf eine Rückkehr zur Normalität auf dem Automobilmarkt des Landes freuen." Im April seien die Auslieferungen des Wolfsburger Konzerns im Vergleich zum Vorjahr sogar gesteigert worden.

Nach einem Marktrückgang um 80 Prozent im Februar, um 40 Prozent im März und um rund zehn Prozent im April sei nun ein Ende der Talfahrt in Sicht. Die große Frage sei, ob die Delle im zweiten Halbjahr wettgemacht werden könne. Sollte sich der Trend fortsetzen, könne Volkswagen vorsichtig optimistisch sein und ein Jahresergebnis prognostizieren, das nicht weit von dem ursprünglichen Plan entfernt sei. Der US-Autobauer GM äußerte sich ähnlich. (reuters/apa/red)

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