Maschinenbau

Carl Martin Welcker: "Wir müssen den chinesischen Markt aufmachen"

Der VDMA-Präsident und Geschäftsführender Gesellschafter des Maschinenbauers Alfred H. Schütte GmbH zu den geopolitischen Herausforderungen für die Branche.

Herr Welcker, sie führen in vierter Generation den Weltmarktführer für Mehrspindel-Drehautomaten und sind seit 2016 Präsident des VDMA mit über 3200, doch sehr heterogenen  Mitgliedern. Was brennt diesen aktuell am heißesten auf den Nägeln? 

Carl Martin Welcker: So unterschiedlich sind sie eigentlich nicht. Wir sind in unserer Struktur mittelständisch, familienorientiert und von der Größenordnung her durchschnittlich 200 Personen, gut dann haben wir auch etwa 100 größere Konzerne. Die Themen sind durchgängig, das beginnt mit der alles erstickenden Bürokratie …

Das kennen wir eigentlich aus Österreich. 

… das teilen wir wahrscheinlich. Und dann haben wird die ganzen Themen mit Außenwirtschaft und Freihandel, was uns unmittelbar bedroht bei 80 Prozent Export. DAs heißt, wenn uns dort wichtige Lebensadern abgeschnitten werden, dann hat das schwere wirtschaftliche Schäden. 

Ein neues Zeitalter des Protektionismus droht. Wie soll Europa reagieren? Können Sie mit, wenn Ihr Wirtschaftsminister diese Woche mit eigenen Abschottungs- und Staatsförderung-Ideen für Aufsehen gesorgt hat? 

Nein. wir wollen das nicht. Wir glauben auch, dass er es auch ein bisschen verkennt, was das wirkliche Problem ist. Wir müssen nicht unsere Märkte verschließen, sondern wir müssen sehen, dass wir die Märkte offen halten und den chinesischen Markt aufmachen. Wir haben es natürlich mit unterschiedlichen Systemen zu tun, aber die Antwort kann nicht sein, dass wir unsere Werte aufgeben. 

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Und welche Rolle kann eine DACH-Region auf dieser Spielweise tun – immerhin ist mit der Schweiz ja ein quasi „blockfreies“, aber potentes Herstellerland mit an Bord? 

Wir sehen, dass die Schweizer das eine und andere anders machen und auch erfolgreich sind. Das gilt beispielsweise bei Handelsabkommen, bei Lieferboykotts. Wichtig ist, im Kern, sind da drei Gleichgesinnte, die sich abstimmen und in den europäischen Organisationen sage, wenn sich die Italiener gerade mal wieder neue Subventionspakete wünschen, das wollen wir gerade nicht, das kriegen wir mit unserer sauberen Organisationspolitik ganz gut beantwortet.

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