Atomkraft

Bulgarien will ein Atomkraftwerk direkt an der Donau jetzt doch bauen

Die bulgarische Regierung will das umstrittene Atomkraftwerk Belene direkt an der Donau doch bauen lassen und hat bereits Investoren eingeladen, sich zu bewerben. Dass in dem Land auch diesmal russische Firmen zum Zug kommen, erscheint alles andere als unwahrscheinlich.

Die bulgarische Regierung will ein von Umweltschützern kritisiertes Atomkraftwerk bei Belene an der Donau doch noch bauen lassen. Eine Woche nach einem Besuch des russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew veröffentlichte das Energieministerium in Sofia eine Einladung an Investoren.

Die damalige Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow hatte 2012 aus Kostengründen das früher gemeinsam mit Russland geplante AKW Belene beim russischen Atomstroiexport abgesagt. Sofia, wieder unter Borissow, legt nun das Projekt als ein bulgarisches Vorhaben ohne staatliche Bürgschaften neu auf.

Medwedew bekundete Russlands Bereitschaft, daran teilzunehmen. Die russische Atombehörde Rosatom habe große Erfahrung bei ähnlichen Projekten, versicherte Medwedew Anfang März in Sofia.

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Zu den Interessenten gehören neben Rossatom auch das deutsch-französische Konsortium Framatom sowie General Electric aus den USA, das chinesische Unternehmen CNC und die Korea Hydro & Nuclear Power. Sie sollen binnen 90 Tagen entscheiden, ob sie an der Ausschreibung teilnehmen wollen.

Belene wäre das zweite Atomkraftwerk in Bulgarien nach Kosloduj, das nach sowjetischer Bauart zu kommunistischer Zeit ebenso an der Donau gebaut würde. Umweltschützer warnen, dass der Standort Belene in einem Gebiet mit Erdbebengefahr liegt. (dpa/apa/red)

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