Erdgas

Brüssel und Gazprom legen jahrelangen Streit bei

Gazprom beherrscht in vielen Ländern Osteuropas den Gasmarkt. Nun will der russische Staatsriese Zusagen an die EU erfüllen und damit auch eine Milliardenstrafe wegen Missachtung der Kartellvorschriften vermeiden.

Die EU-Kommission und Gazprom haben ihren jahrelangen Streit um unfaire Geschäftspraktiken des russischen Staatskonzerns in Osteuropa gütlich beigelegt. Gazprom müsse künftig eine Reihe von Zusagen erfüllen, mit denen die wettbewerbsrechtlichen Bedenken ausgeräumt würden, teilte die Brüsseler Behörde mit. Das Unternehmen kommt damit wohl um eine Milliardenstrafe herum. Die Einigung hatte sich zuvor abgezeichnet, hier die Details: EU und Gazprom offenbar kurz vor einer Einigung >>

Vorwurf der EU: Gazprom diktiert die Gaspreise in Osteuropa

In dem Fall ging es um die marktbeherrschende Stellung des russischen Staatskonzerns als Lieferant für die drei Baltenstaaten Estland, Lettland und Litauen sowie für Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Bulgarien.

Die EU-Kommission hatte Gazprom 2015 vorgeworfen, mit seiner Gesamtstrategie zur Abschottung dieser Gasmärkte gegen EU-Kartellvorschriften zu verstoßen und unter anderem die Preise - auch für Endkunden - in die Höhe zu treiben. Sie bemängelte unter anderem, dass Gazprom Großhändlern und Kunden verboten habe, erworbenes Erdgas in andere Länder weiterzuverkaufen.

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Der Fall hatte auch politisch für Verwerfungen zwischen Russland und der EU gesorgt. "Der heutige Beschluss beseitigt die von Gazprom errichteten Hindernisse, die der freien Lieferung von Erdgas in Mittel- und Osteuropa im Wege stehen", sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. (dpa/apa/red)

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