Breitenfeld-Gruppe schaffte 2010/11 Turnaround

Die obersteirische Breitenfeld-Gruppe hat im Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2010/11 nach schwierigen Jahren den Turnaround geschafft. Die Umsatzerlöse in der Gruppe (Sonderstahl, Edelstahl und Schmiedetechnik) stiegen von 101,65 auf 163 Millionen Euro, so Vorstand Franz Kailbauer am Mittwoch auf APA-Anfrage. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) drehte ebenfalls von minus 26 auf plus 2,3 Millionen Euro im Jahr 2010/11. In den ersten Monaten 2011 sei die Situation bei den Aufträgen sehr gut gewesen, man registriere nun aber doch eine nachlassende Nachfrage, so Kailbauer.

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Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) belaufe sich auf 23 Millionen Euro (2009/10: minus 7,7), beim Ergebnis vor Steuern (EBIT) liege man 2010/11 bei 7,9 gegenüber minus 24,3 Millionen Euro 2009/10. Damit wurden auch die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2008/09 vor der Krise wieder erreicht oder sogar übertroffen. Auch die Mitarbeiterzahlen seien wieder im Steigen gewesen: In der Gruppe habe man aktuell 325 Beschäftigte, rund 20 Lehrlinge würden vor allem in der Produktion ausgebildet. Leiharbeiter werden nur in bestimmten Bereichen für die Abdeckung kurzfristiger Spitzen eingesetzt. In der Krise habe man zwar Mitarbeiter abbauen müssen, aber mit Wiedereinstellungszusagen, die nun eingelöst wurden. Die Forschungsquote liegt bei rund zwei Prozent der Umsatzerlöse.

Die Breitenfeld-Gruppe mit Sitz im steirischen Mitterdorf im Mürztal hat sich laut Kailbauer "unter nach wie vor herausfordernden Marktbedingungen als erfolgreicher Nischenplayer für hochlegierte Spezialstähle bestätigt". Die Profitabilität sei gestiegen, auch habe man mit 120.000 Tonnen Edelstahl (2009/10: etwas über 101.000 Tonnen) mehr produziert. Hauptauftragsgebiete seien vor allem EU-Staaten. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres konnte "der erfreuliche Trend fortgesetzt und eine weitere Steigerung sowohl des Umsatzes als auch der relevanten Ertragszahlen verzeichnet werden", so Kailbauer.

Trotz der sich im Umfeld der europäischen Staatsschuldenkrise auch in Bezug auf den italienischen Hauptmarkt der Breitenfeld eintrübenden kurzfristigen Aussichten geht Kailbauer davon aus, dass die mittel- und langfristigen Perspektiven des Unternehmens ausgezeichnet seien. Der Markt sei jedoch in manchen Branchen wie etwa den Energiemaschinen schwierig: "Internationale Investitionen passieren zögerlich." Zu den Kunden der Breitenfeld-Gruppe gehören unter anderen Alstom, Siemens und General Electric. Mitten in der Wirtschaftskrise hatte Breitenfeld 2009 ein neues Stahlwerk um 57 Millionen Euro fertiggestellt und damit die Jahreskapazität von rund 170.000 Tonnen auf über 250.000 Tonnen erhöht. (APA/red)

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