Autozulieferer

Bosch: Viele Milliarden für das "Android" der Autoindustrie

Bosch fasst die Entwicklung sämtlicher digitaler Anwendungen für Fahrzeuge in einer neuen Einheit zusammen. Damit baut der weltgrößte Autozulieferer auf Marktwachstum im Bereich Software für Autos.

Der Autozulieferer Bosch fasst die Entwicklung sämtlicher digitaler Anwendungen für Fahrzeuge in einer neuen Einheit zusammen. Ab dem kommenden Jahr werden insgesamt 17.000 Beschäftigte an mehr als 40 Standorten weltweit dem Geschäftsbereich "Cross-Domain Computing Solutions" angehören, wie das Unternehmen mitteilte.

Jedes Jahr Milliardeninvestitionen in Software für Autos

Chef wird Geschäftsführungsmitglied Harald Kröger. Durch die Umorganisation sollen bisher unabhängig voneinander entwickelte Techniken wie Basissoftware, Steuergeräte, Software für Assistenzsysteme, Unterhaltung oder Navigation verzahnt werden. Ziel sei es, die Komplexität mit übergreifenden Lösungen zu reduzieren. Neue Funktionen sollen schneller über Software-Updates ins Auto kommen.

Außerdem will Bosch eine durchgängige IT-Architektur entwickeln, um die durch immer mehr Software im Auto gewachsene Zahl an Steuergeräten zu reduzieren, erklärte Kröger. Der Stiftungskonzern steckt pro Jahr 3 Mrd. Euro in Software für Autos und Nutzfahrzeuge. Bis 2030 erwartet der weltweit größte Zulieferer ein jährliches Marktwachstum für Elektroniksysteme von rund 15 Prozent.

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Wer programmiert das zentrale Betriebssystem für Autos?

Auch die Bosch-Kunden selbst entwickeln IT-Architekturen für zunehmend digital gesteuerte Autos. Volkswagen, Daimler und BMW arbeiten an ihren Betriebssystemen VW, Mercedes oder BMW "OS". Inzwischen gibt es ein Rennen darum, wer ein Standardsystem - ähnlich wie Windows von Microsoft für Personalcomputer - für das Auto als "Smartphone auf Rädern" entwickelt. Auch hier hat der US-Elektroautopionier Tesla nach der Überlegenheit in der Batterietechnik einen Vorsprung gegenüber den traditionellen Autobauern. (reuters/apa/red)

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