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Borealis stoppt Milliardenprojekt in Indien

Der mehrheitlich zur OMV gehörende Wiener Petrochemieriese Borealis hat in den ersten neun Monaten weniger Umsatz und Gewinn erwirtschaftet. Wegen der Coronakrise legt Borealis auch ein geplantes Milliardenprojekt in Indien auf Eis.

Der auf Kunststoffe und Düngemittel spezialisierte Chemiekonzern Borealis, bei dem die OMV nun eine 75-Prozent-Mehrheit hält, hat wegen der Coronakrise einen deutlichen Umsatz- und Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Zwar lief das dritte Quartal besser als das zweite, das Niveau des Vorjahrs konnte aber noch nicht erreicht werden: Der Umsatz war im dritten Quartal mit 1,635 Mrd. Euro um 17 Prozent niedriger als im Vorjahr, der Nettogewinn sank um 21 Prozent auf 163 Mio. Euro.

Das niedrigere Ergebnis sei auf die wegen der Coronakrise rückläufigen Produktpreise und schwächere Nachfrage in einigen Marktsektoren zurückzuführen, teilte Borealis mit. Das Quartalsergebnis liege aber um 99 Mio. Euro über jenem des zweiten Quartals 2020 und stelle damit eine klare Verbesserung dar.

Der Gewinnrückgang im Vergleich zum dritten Quartal 2019 sei auf die geringeren integrierten Polyolefinmargen und ein schwierigeres Marktumfeld im Pflanzennährstoffbereich zurückzuführen.

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"Während wir zwar, vor allem in Asien und in den Vereinigten Staaten, ein verbessertes Preisumfeld beobachten können, bleibt der Ausblick weiterhin unsicher", sagte Borealis-Chef Alfred Stern laut Mitteilung. Das liege einerseits an der hohen Volatilität der Rohstoffpreise, andererseits auch am Anstieg der Covid-19-Infektionszahlen, vor allem in Europa.

Borealis legt Großprojekt in Indien wegen Corona auf Eis

Gleichzeitig legt Borealis ein geplantes Milliardenprojekt in Indien wegen der Coronapandemie auf Eis. Eine Machbarkeitsstudie zu dem Projekt mit den Partnern BASF, dem Ölkonzern Abu Dhabi National Oil Company und dem indischen Mischkonzern Adani sei abgeschlossen, teilte Borealis mit. Wegen der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten im Zuge der Coronapandemie müsse das Projekt aber ausgesetzt werden.

Geplant war der Bau einer neuen Produktionsstätte in Mundra im indischen Bundesstaat Gujarat, der Produktionsstart war für 2024 geplant. BASF hatte in der Vergangenheit von gesamten Investitionen von bis zu 4 Mrd. Dollar (3,4 Mrd. Euro) gesprochen. Für den Chemiekonzern wäre es die bisher größte Investition in Indien gewesen.

Ganz zu den Akten wurde das Projekt aber noch nicht gelegt. Laut Borealis haben die Partner vereinbart, "die Marktbedingungen in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und Möglichkeiten auszuloten, die sich im Laufe der Zeit ergeben könnten". (apa/reuters/apa/red)