Kampfjets

Boeing hofft auf milliardenschweren Deal mit Kuwait

Nach Airbus winkt auch dem US-Rivalen Boeing eine milliardenschwere Bestellung von Kampfjets aus Kuwait. In Indien hat Boeing die Produktion von Kampfhubschraubern mit dem indischen Konzern Tata bereits fixiert.

Ein Kampfjet von Boeing des Typs "F/A-18E Super Hornet" während einer technischen Überprüfung auf dem Flugzeugträger USS George Washington im November 2015 im Atlantischen Ozean.

Nach Airbus winkt auch dem US-Rivalen Boeing eine milliardenschwere Kampfjet-Bestellung aus Kuwait. Boeing-Manager Paul Oliver deutete vor wenigen Tagen an, dass dazu eine Entscheidung bevorstehe. Offene Fragen würden voraussichtlich bald geklärt, sagte er, ohne Kuwait ausdrücklich zu nennen. Oliver antwortete auf die Frage, ob die Verhandlungen mit dem Emirat Fortschritte machten.

Die Gespräche wurden bisher nicht offiziell bestätigt. Mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen zufolge wird über den Kauf von Kampffliegern im Wert von über drei Milliarden Dollar (2,76 Mrd. Euro) verhandelt. Konkret gehe es um 24 Maschinen des Typs F/A-18E/F Super Hornet.

Kuwait rüstet sich gegen neue Bedrohungen

Im September hatte Kuwait eine Absichtserklärung zum Erwerb von 28 Kampfjets des Eurofighter-Konsortiums unterschrieben, dem neben Airbus der britische Konzern BAE Systems und die italienische Finmeccanica angehören. Nach Auskunft von Insidern aus Italien könnte sich der Deal auf bis zu acht Milliarden Euro belaufen.

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Wie andere Staaten aus der Golfregion und dem Nahen Osten sieht Kuwait neue Bedrohungen unter anderem durch den Iran sowie den Bürgerkrieg im Jemen und will daher seine Militärausrüstung modernisieren.

Der niedrige Ölpreis als wichtiger Faktor

Zugleich allerdings würden längerfristige Waffenkaufprogramme zurückgestellt wegen des anhaltend niedrigen Ölpreises, der auf die Einnahmen der Staaten drückt. Das erläuterte Boeing-Manager Oliver vor Beginn der Luftfahrt-Messe in Dubai, die von Sonntag bis Donnerstag dauert.

Boeing-Vertriebschef John Wojick räumte ein, dass die gesunkenen Treibstoffkosten einige Fluggesellschaften dazu bewegten, den Erwerb spritsparender Maschinen aufzuschieben. Dieser Effekt werde aber durch die positiven Effekte des Ölpreisrückgangs mehr als wettgemacht.

In Indien soll Tata am Kampfhubschrauber AH-64 Apache mitbauen

Deutlich weiter sind die Verhandlungen in Indien. Dortwill der amerikanische Flugzeugbauer gemeinsam mit dem indischen Mischkonzern Tata Teile des Kampfhubschraubers AH-64 Apache bauen. In einer Fabrik in Indien soll zunächst gemeinsam am Flugwerk des Hubschraubers gearbeitet und die Zusammenarbeit später auf weitere Komponenten im zivilen und militärischen Geschäftsbereich von Boeing ausgeweitet werden, wie beide Unternehmen mitteilen.

Boeing und Airbus kooperieren beide mit Tata

Mit der Zusammenarbeit demonstriere Boeing seine "Entschlossenheit, die Partnerschaft mit einer der weltweit dynamischsten Volkswirtschaften voranzutreiben", sagte Boeing-Manager Chris Chadwick.

Ebenso wie Hauptkonkurrent Airbus hat Boeing bereits in mehreren Bereichen Kooperationen mit Tata vereinbart, darunter auch die gemeinsame Entwicklung von Drohnen. Dieses Frühjahr konnte Airbus zudem einen milliardenschweren Auftrag aus Indien vermelden.

Indiens Regierung hat im September einen Vertrag über 22 Apache-Helikopter und 15 schwere Transporthubschrauber vom Typ Chinook im Wert von mehr als 2,5 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro) mit Boeing abgeschlossen. (Reuters/AFP/APA/red)

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