Autoindustrie

BMW Steyr: Neues Montageband rollt

In Steyr in Oberösterreich steht das konzernweit größte Motorenwerk von BMW. Dort hat der Autobauer eine neue Montagelinie gebaut, die jetzt mit 65 Stationen für Handarbeit und 50 Stationen für Roboter in Betrieb ist. Die Auslastung in Steyr sei "deutlich besser" als erwartet, so BMW.

BMW hat um 102 Mio. Euro ein neues Montageband für Benzinmotoren mit einer Jahresauslastung von 180.000 bis 360.000 Einheiten in Steyr errichtet. Seit Ende September läuft das Band in einem Einschichtbetrieb. Gleichzeitig wurden heuer 25 Mio. Euro für Fertigung von Elektroantrieb-Gehäusen ausgegeben, präsentierte Werkschef Alexander Susanek in einer digitalen Pressekonferenz die Investitionen in den Standort Steyr.

Auslastung in Steyr "deutlich besser" als erwartet

Das neue Montageband mit 50 Automatikstationen für Roboter und 65 Handarbeitsplätzen sei ein "wichtiger Schritt, um die Antriebskompetenz des größten Motorenwerks der BMW-Gruppe weiter auszubauen", so Susanek. Seit 2016 sei eine deutliche Veränderung in der Nachfrage in Richtung Benzinmotoren zu erkennen, der man mit der neuen Montagelinie für Vier- und Sechs-Zylinder Rechnung trage. Verbrennungsmotoren würden auch in Zukunft "eine bedeutende Rolle" spielen, gab er sich überzeugt.

Große Investition auch in Elektromotoren

Parallel dazu habe das Werk in Steyr aber ebenso Schritte Richtung alternative Antriebe gesetzt, indem Gehäuse für die E-Mobilität gefertigt werden. Aktuell fahre diese Fertigungslinie eine Kapazität von 50.000 Einheiten, die nächste Stufe umfasst weitere 50.000. Bis 2025 sei eine Kapazität von 460.000 geplant.

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"Wir bekennen uns zu Österreich"

Man wolle in allen Antriebs-Bereichen gut aufgestellt sein, meinte der Geschäftsführer. "Wir bekennen uns zu Österreich und werden auch in Zukunft weiter investieren", unterstrich Susanek, ohne direkt Stellung zu der geplanten Schließung des benachbarten MAN Werks beziehen zu wollen.

Trotz Corona sei die Auslastung in Steyr aktuell "deutlich besser" als erwartet, alle 14 Fertigungslinien und 9 Montagebänder arbeiten wieder im regulären Schichtbetrieb, mit Ende Juni wurde die Kurzarbeit beendet. 4.500 Mitarbeiter produzieren jährlich rund 1,2 Millionen Benzin- und Dieselmotoren. (apa/red)

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