Industrieproduktion

Billiges Pfund beflügelt britische Exporte

Seit der Entscheidung der Briten für den Brexit hat das britische Pfund deutlich an Wert verloren - was die Exporte der britischen Industrie beflügelt. Die Auftragseingänge nähern sich gerade dem bisherigen Allzeithoch von 2010.

Dank gut laufender Exportgeschäfte hat die britische Industrie im Juli an Fahrt zugelegt. Der Einkaufsmanager-Index stieg um 0,9 auf 55,1 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Oberhalb von 50 Zählern wird Wachstum angezeigt.

Billiges Pfund

Besonders stark legte das Barometer für die neuen Exportaufträge zu, das nun mit 58,2 Punkten nicht mehr weit von dem im April 2010 erreichten Allzeithoch entfernt ist.

Nach dem Votum der Briten im Juni 2016 für einen EU-Austritt hat das Pfund deutlich abgewertet. Dadurch werden britische Produkte auf Märkten in Übersee wettbewerbsfähiger. Das Pfund Sterling stieg nach Veröffentlichung der Markit-Daten zeitweise auf 1,3247 Dollar und notierte damit so hoch wie seit Mitte September vorigen Jahres nicht mehr. Vor Veröffentlichung der Zahlen war es bei 1,3208 Dollar gelegen.

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Viele Beobachter bleiben pessimistisch

"Die britische Industrie ist solide in das dritte Quartal gestartet", sagte Markit-Ökonom Rob Dobson. Viele Experten gehen allerdings davon aus, dass die Wirtschaft auf der Insel im Zuge des geplanten EU-Austritts an Schwung verlieren wird.

Die Scheidungsgespräche zwischen London und Brüssel sind holprig angelaufen: Bisher ungelöste Streitpunkte sind unter anderem gegenseitige finanzielle Verpflichtungen und der Status von Millionen Briten und EU-Bürgern im jeweils anderen Gebiet. Erst wenn diese Themen geklärt sind, soll über die Handelsbeziehungen nach dem Brexit verhandelt werden.

Großbritannien will die EU am 29. März 2019 verlassen.

(reuters/apa/red)

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