Unternehmensnachfolge

Erfolgsfaktor „Enthusiastisches Verhältnis zur Macht"

Betriebsübergaben sind ein heikler Moment. Übermächtige Gründerväter rauben der Jugend die Luft zum Atmen und nehmen dem Nachwuchs die Lust auf operativen Einsatz. Wie Nachfolgeszenarien trotzdem glücken. Von Piotr Dobrowolski

Außerdem könne er bei allem Verständnis dafür, dass man dem Nachwuchs das nötige Rüstzeug verschaffen soll, nicht nachvollziehen, was Kinder auf Geschäftsreisen sollen. „Die sollen sich beim Fußballspielen die Knie aufhauen, vom Apfelbaum fallen oder einen Stern mit dem Mountainbike reißen. Das ist in dem Alter wichtiger.“ Der Kovac-Nachwuchs geht derzeit daher ganz unspektakulär in die Mittelschule.

Bloßes Aufwachsen in einem Business-Umfeld sei tatsächlich kein Garant dafür, dass ein Übernehmer später erfolgreich sein wird, bestätigt Sabine Urnik. Die Freude am Job allein auch nicht. „Enthusiastisches Verhältnis zur Macht, die die Übernahme eines Unternehmens mit sich bringt, ist hingegen ein Erfolgsfaktor, während intrinsische Motivation, also eben die bloße Freude an der Tätigkeit, interessanterweise diese Wirkung nicht zeigt.“
 
Stammesfehden
 
Geht die Übergabe in die dritte Generation, kommen auch noch weitere Faktoren ins Spiel. Denn während in der zweiten Generation strittige Fragen üblicherweise zwischen Geschwistern ausgefochten werden, kommen in der dritten Generation auch Cousins und Cousinen dazu, was schnell in absurden Stammesfehden enden kann.

Die Statistik bestätigt es jedenfalls: Während in der zweiten Generation rund fünfzig Prozent der Übergaben glücken, sind es in der dritten Generation nur noch zehn Prozent.

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