Textilindustrie

Bei Wolford müssen fast 100 Mitarbeiter gehen

Der Vorarlberger Textilhersteller Wolford hat bald einen neuen Mehrheitseigentümer aus China. Der Umbau und die Kürzungen im Konzern gehen weiter. In Bregenz sowie in den europäischen Niederlassungen müssen 99 Mitarbeiter gehen.

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Wolford hat mit dem chinesischen Mischkonzern Fosun bald einen neuen Mehrheitseigentümer. Der Kauf muss noch von den Wettbewerbshütern freigegeben werden. Teil des Deals ist auch eine Geldspritze von 22 Mio. Euro, mit der Wolford einerseits Bankkredite zurückzahlen will, andererseits das Online-Geschäft kräftig ausbauen möchte.

Nun schreitet die Restrukturierung beim Vorarlberger Strumpfkonzern voran. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 halbierte sich der Verlust auf -2,57 Mio. Euro. Auch das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich von -4,14 auf -1,36 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse stagnierten bei 119,36 Mio. Euro (davor: 119,05 Mio. Euro).

Einschnitte bei den Mitarbeitern

Die Sparmaßnahmen sind zuletzt auch beim Personal nicht spurlos vorübergegangen. Die Personalkosten verringerten sich um 5,12 Mio. auf 51,13 Mio. Euro. Im Zuge des Abbaus von Verwaltungsfunktionen in den europäischen Vertriebsregionen sowie der Reduktion von Stellen in der Administration in Bregenz sank die durchschnittliche Mitarbeiterzahl auf Vollzeitbasis in den ersten neun Monaten um 99 auf 1.456 Mitarbeiter, gab Wolford bekannt.

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Ein positives Ergebnis (EBIT) erwartet das Management wie berichtet ab dem Geschäftsjahr 2018/19. Das negative operative Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr wurde heute bestätigt. Allerdings gehen die Vorstände nun für 2017/18 von einer leicht rückläufigen Umsatzentwicklung aus. Davor wurde noch von einer leicht positiven Umsatzentwicklung ausgegangen.

"Ergebnisse werden im kommenden Geschäftsjahr sichtbar"

"Wirklich sichtbar werden die Ergebnisse der Restrukturierungsmaßnahmen naturgemäß erst im kommenden Geschäftsjahr, wenn die nachhaltigen Einsparungen bei den Personalkosten voll zu Buche schlagen und ein Gutteil der Beratungskosten sowie die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Refinanzierung wegfallen werden," so Wolford-Finanzvorstand Brigitte Kurz.

Im Zuge der Verluste aus den beiden letzten Geschäftsjahren hat sich das Eigenkapital der Wolford Gruppe zum Stichtag auf 42,90 Mio. Euro (31. Jänner 2017: 57,90 Mio. Euro) verringert. Die Eigenkapitalquote lag bei 33 Prozent (31. Jänner 2017: 38 Prozent).

Gute Nachfrage in Österreich - im Ausland nicht überall

In den ersten drei Quartalen erzielte Wolford im eigenen Handels-Geschäft leichte Umsatzzuwächse. Die Nettoverschuldung sank zum 31. Jänner 2018 von 32,46 auf 28,97 Mio. Euro.

Die Umsatzerlöse stiegen um 1,7 Prozent, flächenbereinigt entspricht das einem Anstieg um 3,7 Prozent. Im Großhandelsgeschäft gingen die Erlöse hingegen um 4,4 Prozent zurück, währungsbereinigt um 2,7 Prozent.

Das Online-Geschäft von Wolford wuchs deutlich um über 20 Prozent - allerdings von einem niedrigen Niveau ausgehend. Der Ausbau der Onlineplattformen steht bei Wolford derzeit stark im Fokus.

Während sich das Österreich-Geschäft in den ersten neun Monaten mit Umsatzzuwächsen von fast 5 Prozent positiv entwickelte, verbuchte Wolford in anderen Kernmärkten wie den USA (-1,7 Prozent), Deutschland (-2,2 Prozent) und Frankreich (-3,0 Prozent) Umsatzrückgänge. Die Abwertung des britischen Pfund führte in Großbritannien zu Umsatzeinbußen von fast 9 Prozent. In der Schweiz verringerten sich die Umsätze um rund 7 Prozent.

Starke Zuwächse gab es dagegen in Italien (+2,1 Prozent), Spanien (+5,0 Prozent), die Niederlande (+4,9 Prozent) und Belgien (+3,3 Prozent).

Steigerungen erzielten auch osteuropäische Märkte (+37,3 Prozent), was im Wesentlichen auf die Erholung des russischen Marktes und den Ausbau der Handelsbeziehung mit dem wichtigsten russischen Wholesale-Partner zurückzuführen sei, so das Unternehmen. (apa/red)

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