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Bei Knorr-Bremse muss Konzernchef Deller "mit sofortiger Wirkung" gehen

Beim großen Autozulieferer Knorr-Bremse geht Konzernchef Klaus Deller überraschend und mit sofortiger Wirkung. Offenbar gab es massiven Druck vom Kapitalmarkt - und Meinungsverschiedenheiten mit dem Milliardär Heinz Hermann Thiele.

Wenige Monate nach dem erfolgreichen Börsengang von Knorr-Bremse verlässt Vorstandschef Klaus Dellers überraschend den Autozulieferer. Grund für die überraschende Demission des 57-Jährigen seien "unterschiedliche Auffassungen von Führung und Zusammenarbeit", teilte das Unternehmen mit.

Offiziell bekommt Konzernchef Deller Lob

Der ehemalige Daimler-Manager Klaus Mangold, der den Aufsichtsrat seit Oktober führt, lobte Deller für seine "außerordentlich erfolgreiche Arbeit".

Deller hatte das Familienunternehmen, das mehrheitlich dem Milliardär Heinz Hermann Thiele gehört, im Herbst an die Börse gebracht. Anleger verloren offenbar zuletzt das Vertrauen in die Aktie. Das Papier des Spezialisten für Bremsen für Züge und Lastwagen brach diese Woche um über sechs Prozent ein, liegt aber noch 20 Prozent über dem Ausgabepreis im Oktober.

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Der Aufsichtsrat hat den Angaben zufolge angefangen, nach einem Nachfolger zu suchen. Übergangsweise wird der Konzern von Finanzchef Ralph Heuwing und den weiteren Vorstandsmitgliedern Peter Laier und Jürgen Wilder geführt.

Druck vom Kapitalmarkt

Knorr-Bremse versuchte den Kapitalmarkt zu beschwichtigen: An der erfolgreichen Strategie werde sich nichts ändern. Auch das laufende Geschäft liege in diesem Jahr "voll im Plan". Für das erste Jahr an der Börse zahlt Knorr-Bremse eine Dividende von 1,75 Euro je Aktie. Der Nettogewinn, den das Unternehmen bei der Bilanzpressekonferenz Anfang März noch nicht genannt hatte, stieg 2018 um sieben Prozent auf 629,4 Mio. Euro. Allein die Familie Thiele bekommt damit knapp 200 Mio. Euro an Dividenden überwiesen.

Offenbar Streit mit Milliardär Thiele

Thiele ist seit drei Jahren Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats, laut Brancheninsidern aber im Unternehmen immer noch sehr präsent, auch im operativen Geschäft. Der 78-Jährige habe sein Büro direkt neben dem von Deller. Ein Branchenkenner berichtete von Spannungen zwischen Thiele und dem bisherigen Vorstandschef. "Das war nur eine Zweckehe." Eine Knorr-Bremse-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern.

Thiele hatte Deller 2015 zurückgeholt und als Vorstandschef installiert. Er sollte damals eigentlich Chef des fränkischen Autozulieferers Schaeffler werden. Dann entschieden sich die Familieneigentümer aber doch für Finanzvorstand Klaus Rosenfeld und fanden Deller mit einer Millionensumme ab. Vorher war der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau bereits fünf Jahre im Knorr-Bremse-Vorstand für das Nutzfahrzeug-Geschäft verantwortlich. (reuters/apa/red)

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