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B&C und Berndorf gründen neue Stiftung für Bildungsprojekte in Österreich

Die B&C Privatstiftung und die Berndorf Privatstiftung wollen in Zukunft mit rund fünf Millionen Euro Bildungsprojekte in Österreich unterstützen. Ziel sei eine höhere Wirtschaftskompetenz unter jungen Menschen - und damit bessere Bewerber für die Firmen selbst.

Im Bild: Norbert Zimmermann (Berndorf Privatstiftung), Matthias Strolz (Expertenbeirat Mega Bildungsstiftung), Mariella Schurz (Generalsekretärin B&C Privatstiftung) und Peter Edelmann (CEO B&C-Gruppe).

Mit einem Budget von 5,5 Mio. Euro haben die B&C-Privatstiftung und die Berndorf Privatstiftung die neue "Mega Bildungsstiftung" gegründet. Damit sollen österreichweit langfristig wirksame Bildungsprojekte unterstützt und finanziert werden. Ziel sei es, die Chancenfairness in der Bildung und die allgemeine Wirtschaftskompetenz der Österreicher zu erhöhen, teilten die Stifter mit.

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Bildungssystem hat Verbesserungsbedarf

Als Beweggründe für die neue Stiftung - Mega steht für "Multiple Education Grants Austria" - nannte Mariella Schurz, Generalsekretärin der B&C Privatstiftung, bei einer Pressekonferenz in Wien ein Manko bei der allgemeinen Wirtschaftskompetenz von Schülern, das Brachliegen von Talenten und die Tatsache, dass Bildung nach wie vor vom Elternhaus abhängt. "Es ist ein Armutszeugnis für Österreich, dass wir die Durchlässigkeit des Bildungssystems vernachlässigt haben", so Schurz.

White Paper zum Thema

Das heimische Bildungssystem werde im Deloitte-Standortbarometer dezidiert als Standortschwäche Österreichs genannt, betonte Norbert Zimmermann, Vorstandsmitglied der Berndorf Privatstiftung und Vorstandsvorsitzender der neuen Bildungsstiftung. Deren Ziel sei es, "die besten Ideen und Initiativen zu finden, mit einem Hebel zu verstärken und so für das ganze Land wirksam zu machen". Gute Ideen sollen dabei nicht nur mit Geld, sondern auch mit Zeit und Management-Kapazitäten unterstützt werden.

Stiftung verspricht erste Ausschreibungen für erste Förderungen ab Herbst

Als Mitglied des Expertenbeirats der neuen Stiftung ist der ehemalige Parteichef der Neos, Matthias Strolz, tätig. Er kündigte für Herbst eine erste Ausschreibung für Förderungen an, die ab 2020 fließen sollen. Details dazu sollen beim Europäischen Forum Alpbach präsentiert werden.

Vom Staat wünscht sich Zimmermann, dass er "unserer Initiative nicht im Weg steht". Er verwies auf die Tatsache, dass der Bildungsbereich nur "sehr mager" durch private Initiativen und Unternehmen gefördert werde. Einen der Gründe dafür sieht er im Steuerrecht und forderte eine Streichung der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 Prozent bei Zuwendungen an Schulen und Bildungs-NGOs.

Klare Worte von Norbert Zimmermann: Schieflage zwischen einer Schule in Burkina Faso und in Ebreichsdorf

"Ob sich ein Stifter einen Ferrari kauft oder Geld in Bildung investiert, wird gleich behandelt. Und wenn wir an eine Schule in Burkina Faso spenden, sind wir KESt-befreit, aber für eine Schule in Ebreichsdorf zahlen wir 27,5 Prozent - das versteht kein Mensch", so Zimmermann, der die in Aussicht gestellten zukünftigen jährlichen Zuwendungen an die "Mega Bildungsstiftung" von einem Wegfall der KESt abhängig machen will. (apa/red)

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