Autoindustrie

Autoproduktion in Großbritannien seit 17 Monaten rückläufig

Die Autoproduktion in Großbritannien ist den 17. Monat in Folge stark zurückgegangen. Im Jänner betrug das Minus 27 Prozent. Branchenvertreter drängen auf ein Wiederaufsperren der Autohäuser.

Wegen der Coronapandemie und den Folgen des Brexit ist die Autoproduktion in Großbritannien auch im Jänner stark zurückgegangen. Etwas mehr als 86.000 Fahrzeuge bedeuteten ein Minus von 27,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte der Branchenverband SMMT in London mit. Demnach war es der schlechteste Jänner seit 2009 und der 17. monatliche Rückgang in Folge.

Seit Beginn der Pandemie im März 2020 habe die Branche Verluste von 11,3 Milliarden Pfund (rund 13 Mrd. Euro) erlitten. SMMT-Chef Mike Hawes forderte weitere finanzielle Hilfen der britischen Regierung. "So schnell wie möglich müssen wir aber unsere coronasicheren Autohäuser wieder öffnen (...). Dies ist der schnellste Weg zur Erholung der britischen Automobilindustrie", betonte Hawes.

Lieferkettenprobleme, Brexit und die Coronakrise

"Mehrere Faktoren, einschließlich der andauernden Auswirkungen der Pandemie, globaler Lieferkettenprobleme, längerer Stillstände und Störungen bei den neuen Handelsvereinbarungen nach dem Ende der Brexit-Übergangszeit, wirkten sich auf die Produktion aus", betonte der Verband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT). Immer noch gehen 80 Prozent der Fahrzeuge ins Ausland, allerdings gaben die Verkäufe in fast alle wichtigen Märkte deutlich nach.

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Deutlich zugelegt hat hingegen der Anteil alternativer Antriebe. Jedes vierte Auto sei batteriebetrieben, Plug-in-Hybrid mit Aufladung der Batterie von außen sowie klassischer Hybrid, in denen die Batterie oder etwa auch Bremskraft-Rückgewinnung den Verbrennungsmotor unterstützen. (ag./apa/red)