Autohandel

Autohändler: Gebrauchte Autos verkaufen ist viel lukrativer

Die Autohändler haben 2016 deutlich mehr umgesetzt und ist trotzdem nicht zufrieden: Immer neue Auflagen der Hersteller drücken die Margen beim Verkauf von Neuwagen tief in den Keller.

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In Deutschland hat das Kraftfahrzeuggewerbe im vergangenen Jahr eine deutliche Geschäftsbelebung verzeichnet und ist trotzdem nicht zufrieden. Was unterm Strich übrig bleibe, sei zu wenig, sagte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Jürgen Karpinski, in Berlin.

Besonders gering sei der Gewinnanteil im Neuwagenverkauf. Karpinski nannte es "bedenklich, wenn wir im Kerngeschäft des Autohandels kaum noch Geld verdienen".

Das deutsche Kfz-Gewerbe mit Handel und Werkstätten machte 2016 einen Umsatz von 172 Mrd. Euro, das waren 9,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Davon seien aber nach vorläufigen Berechnungen lediglich 1,6 bis 1,9 Prozent als Rendite in den Kassen der Unternehmen geblieben, sagte Karpinski. Das wären etwa 2,7 bis 3,3 Mrd. Euro.

Rendite holen bei den Gebrauchtwagen

Die Gründe für den wenig lukrativen Neuwagenverkauf seien vielfältig. Kosten entstünden durch immer neue Hersteller-Auflagen für Änderungen am Erscheinungsbild der Autohäuser, durch neue Werkstatt-Technik, gesetzliche Vorgaben und die Umstellung auf neue Verkaufskonzepte im Internet. Die Händler brauchten "mehr Luft zum Atmen", verlangte der Präsident.

Gemessen am Umsatz lief es 2016 im Gebrauchtwagenhandel am besten. In diesem Segment flossen 67,6 Mrd. Euro in die Kassen, ein Plus von 17,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine ähnliche Größenordnung hatte der Neuwagenverkauf: Die 61,1 Mrd. Euro Umsatz bedeuteten aber lediglich einen Zuwachs von 4,9 Prozent. Beim Service, also Wartung und Reparaturen in Werkstätten, ging es um 5,6 Prozent auf 32,0 Mrd. Euro nach oben. (dpa/apa/red)