Bildungsdossier

Lernen am eigenen Leib

Ausgeklügelt sind die Fortbildungsmaßnahmen auch bei Opel Wien. Der Ansatz, der hier verfolgt wird, gründet nicht zuletzt auf Nachvollziehbarkeit.

Von
Karriere Fischer Edelstahl Rohre

„Uns ist es wichtig, dass die Leute es in den Arbeitssicherheitstrainings wirklich selbst erleben, dass es zum Beispiel hinter einem Gabelstapler ein totes Eck gibt, in dem einen der Fahrer niemals sehen kann“, erzählt Barbara Schlosser, die Personaldirektorin von Opel Wien.

„Oder dass sie ausprobieren, wie es ist, simple Aufgaben mit einem Handschuh zu verrichten, in dem der Daumen zugenäht ist.“ Danach steige die Bereitschaft, auf die eigenen Hände aufzupassen, fast automatisch. Und außerdem werden die Trainingsstationen immer wieder verändert, auch infolge von Anregungen, die aus der Belegschaft kommen.

Lernen werde autonom ablaufen

„Ein gewisses Grundprogramm gibt es natürlich, aber sonst versuchen wir das zu variieren.“ Mehr noch als über vorgegebene Parcours, die letztlich immer auch schon eine Einengung sind, werde in Zukunft das Lernen aber autonom ablaufen, ist Rolf Arnold überzeugt.

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„Auf unserer Universität“, erklärt Arnold, der in Kaiserslautern lehrt, „läuft das bereits in vielen Projektgruppen so, dass die Lehrenden erst dann eingreifen, wenn es Erklärungs-oder Konsultationsbedarf gibt. Sonst arbeiten die Studenten aber weitgehend selbständig.“

Heute ist, nicht zuletzt dank Industrie 4.0, ein solches selbstbestimmtes, ausprobierendes Lernen auch im industriellen Kontext möglich. War Echtzeitsimulation von Maschinen noch bis vor Kurzem etwas Exotisches, das es vielleicht in der Pilotenausbildung samt ihren berühmten und teuren Flugsimulatoren gab, aber sicher nichts, das für die Schulungen eines Mittelständlers leistbar wäre, so hat sich die Situation inzwischen grundlegend verändert.