Corona-Maßnahmen

Aus Vorarlberg: Tragbarer Abstandsmesser für Corona-Zeiten

Eine Vorarlberger Firma entwickelt ein Gerät, das blinkt und piepst, wenn man seinem Träger in Corona-Zeiten zu nahe kommt - sozusagen als Hilfe für all jene, die selbst den Mund nicht aufbekommen. Umso beachtlicher die bisherigen Investitionen in Höhe von 500.000 Euro.

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Die Vorarlberger Heron-Gruppe hat einen Abstandsmesser entwickelt, der sowohl den Wunsch der Bevölkerung nach sicherem Abstand als auch nach Datenschutz erfüllen will. Sowohl Heron-Inhaber und Geschäftsführer Christian Beer als auch Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP) sahen in einer Video-Pressekonferenz vor wenigen Tagen zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für Firmen und Private.

Das neue Produkt unter dem Namen "Safedi" (im Sinne von "Schütz' dich", Anm.) präsentiert sich als kleines Gerät, das man an die Bekleidung im Brustbereich ansteckt. Wird der im Sinne der Gesundheit als notwendig erachtete Mindestabstand zu einem ebenfalls mit einem "Safedi" ausgestatteten Arbeitskollegen oder einer anderen Person unterschritten, reagiert das Gerät mit einem optischen und akustischen Signal. "So weiß jeder Bescheid und kann einen Schritt zurückgehen", erklärte Beer.

Neben dieser Grundfunktion, in der keine Daten aufgezeichnet werden, kann sich der Besitzer eines "Safedi" über die Registrierung einer ID auch für ein "komplett anonymes Kontakttagebuch" (Beer) anmelden. So könne man auch Warnungen erhalten, falls eine Person positiv getestet wurde, mit der man in Kontakt stand. "Jeder 'Safedi' hat einen individuellen Code. Wir wissen nur, welcher 'Safedi' welchen anderen 'Safedi' getroffen hat, sonst wissen wir nichts - nicht wem die 'Safedis' gehören, keinen Ort, keine Uhrzeit", so der Geschäftsführer.

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In die Entwicklung des Geräts sind bisher 500.000 Euro geflossen - davon 200.000 Euro Steuergeld

Laut Beer basiert die Abstandsmessung auf der Blue Tooth-Technologie. Man habe in den vergangenen Wochen gemeinsam mit vielen Partnerfirmen praktisch rund um die Uhr an der "Safedi"-Entwicklung gearbeitet. In einem zwei Wochen andauernden Feldversuch mit 1.000 Geräten soll die Innovation nun in der produzierenden Industrie sowie im Lebensmittel- und im Einzelhandel intensiv getestet werden. Tittler erinnerte daran, dass ab dieser Woche in Geschäfte bis 400 Quadratmeter Verkaufsfläche sich pro 20 Quadratmeter nur ein Kunde aufhalten darf. "Man könnte etwa am Eingang diese Geräte auflegen, die der Kunde beim Verlassen des Geschäfts wieder abgibt", so Tittler. Während der Zeit im Geschäft wäre aber so der einzuhaltende Sicherheitsabstand zu gewährleisten.

Beer will parallel zum Test die Produktion hochfahren, "Safedi"-Bestellungen seien ab sofort möglich. Sein Unternehmen sei in der Lage, ausreichend Stückzahlen zu produzieren, sollte die entsprechende Nachfrage vorhanden sein. Den Verkaufspreis bezifferte er mit 19,50 Euro. Wirtschaftlich interessant werde "Safedi" aber erst, "wenn wir Millionen davon verkaufen", sagte Beer. Das Land Vorarlberg trägt zu den Entwicklungskosten mit einem Maximalbeitrag von 200.000 Euro über drei Jahre bei. Laut Beer wurden bisher etwa 500.000 Euro in die Entwicklung von "Safedi" gesteckt. (apa/red)

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