Stahlbranche

Arcelormittal sieht allererste Anzeichen einer Erholung

Der weltgrößte Stahlkonzern sieht in der Stahlkrise Licht am Ende des Tunnels. Laut Konzernchef Lakshmi Mittal könnten sich die Stahlpreise auf den wichtigen Märkten "in den kommenden Quartalen" wieder erholen. Trotzdem bleiben die Prognosen von Arcelormittal sehr vage.

Der weltgrößte Stahlkonzern Arcelormittal sieht in der Branchenkrise Licht am Ende des Tunnels. Das Management gab eine etwas positivere Markteinschätzung ab als zuletzt. Insbesondere für den wichtigen Baustoffkonsumenten China zeigte es sich zuversichtlicher. Doch die eigene Geschäftsprognose hat der Stahlriese nicht angehoben.

Die Stahlkocher haben weltweit mit einem Preisverfall zu kämpfen. Hintergrund ist ein Überangebot, das maßgeblich durch eine exzessive Produktion in China geschürt wird.

Zugleich führt aber gerade dort die Konjunkturabkühlung zu einer gedämpften Nachfrage. In Europa fordert die Branche mehr Schutz vor aus ihrer Sicht unfairen Handelspraktiken der chinesischen Hersteller.

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2016 weltweit ein höherer Stahlverbrauch erwartet

Arcelormittal registriert inzwischen erste Anzeichen einer Erholung der Preise auf den wichtigen Märkten. "Das führt voraussichtlich zu besseren Ergebnissen in den kommenden Quartalen", sagte Konzernchef Lakshmi Mittal. Das Management hat auch die Prognose bekräftigt, wonach der globale Stahlverbrauch 2016 um bis zu 0,5 Prozent zulegen werde.

Für China erwartet das Unternehmen nun nur noch einen Rückgang des Stahlverbrauchs von bis zu einem Prozent in diesem Jahr. Bisher lautete die Schätzung auf ein Minus von 0,5 bis 1,5 Prozent.

Doch Finanzchef Aditya Mittal mahnte zur Vorsicht. Es werde dauern, bis China seine Überkapazitäten abgebaut habe. Außerdem bereitet dem Konzern die Wirtschaftskrise in Brasilien Sorgen, die dort einen deutlich geringeren Stahlverbrauch zur Folge haben dürfte als bisher gedacht.

Daher wagt Arcelormittal auch keine Anhebung der eigenen Prognosen. Für das Gesamtjahr rechnet die Konzernführung weiterhin mit einem operative Gewinn (Ebitda) von über 4,5 Mrd. Dollar (rund 4 Mrd. Euro), nachdem dieser im vergangenen Quartal um rund ein Drittel auf 927 Millionen eingebrochen war. Ferner bleibt sie bei ihrem Marktausblick, wonach der globale Stahlverbrauch 2016 zwischen null und 0,5 Prozent zulegen wird.

Weil das Unternehmen aber die eigene Geschäftsprognose nicht anhob, blieben Investoren skeptisch: Die Arcelor-Aktie gab um fünf Prozent nach. Die Analysten von JP Morgan fragen sich, weshalb das Unternehmen nicht wenigstens den unteren Wert der Spanne angehoben habe. Entweder fehle es an Zuversicht oder Kosteneinsparungen ließen sich nicht so schnell umsetzen wie erwartet, schlussfolgerten die Experten. (APA/Reuters/red)