Elektroautos

Arbeiter von Tesla klagen über häufige Unfälle und niedrige Löhne

Bei Tesla häufen sich Beschwerden über Arbeitsunfälle. Zudem klagen die Beschäftigten über Löhne weit unter dem Durchschnitt der amerikanischen Autobranche. Kritiker sagen: Milliardär Elon Musk, der sich gerne als Retter der Welt inszeniere, mache die Welt in seiner eigenen Firma keineswegs besser.

Wie alle Konzernchefs aus dem Silicon Valley inszeniert sich Milliardär Elon Musk am liebsten als Retter der Welt. Die Realität in seiner eigenen Firma sieht offenbar anders aus.

Die US-Behörde NLRB, die sich mit der Einhaltung von Arbeitsrechten befasst, hat laut Medienberichten eine Beschwerde gegen Elon Musk und seinen Konzern Tesla eingeleitet.

Dem New Yorker Magazin "New Republic" zufolge befasst sich die Behörde gerade mit Beschwerden von Mitarbeitern bei Tesla, wonach der Autobauer die Gründung einer Gewerkschaft und Informationen über Arbeitsrechte systematisch verhindere.

Arbeitsunfälle und Löhne weit unter Branchendurchschnitt

Tesla will in diesem Jahr in Fremont insgesamt 100.000 Fahrzeuge bauen, im kommenden Jahr dann 500.000. Im vergangenen Jahr lag die Produktion bei nur 84.000 Wagen.

Doch diese Beschleunigung hat offenbar ihren Preis. Zuletzt gab es zahlreiche Beschwerden über Arbeitsunfälle bei Tesla. Dazu kommt die Kritik an Löhnen, die weit unter dem Durchschnitt in der Autobranche der USA liegen.

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Tesla zahlt 17 Dollar Stundenlohn

So zahlen in den USA Autobauer im Durchschnitt 25,58 Dollar, das sind umgerechnet 21,66 Euro. Tesla dagegen zahle seinen Arbeitern einen Lohn von 17 bis 21 Dollar pro Stunde, so das Magazin.

Kürzlich haben Angestellte von Tesla in einem Brief an den Verwaltungsrat Auskunft über Pläne für ihre Gehaltsentwicklung gefordert. Sie pochen auch auf konkrete Aussagen zum Arbeitsschutz.

In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen. Aktuell plant die amerikanische Automobilgewerkschaft UAW die Gründung einer neuen Niederlassung in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont.

Elon Musk inszeniert sich am liebsten als Retter

Angesichts dieser Stundenlöhne verweisen Kritiker auch auf die finanzielle Situation und das missionarische Auftreten des Konzernchefs. Elon Musk verfüge demnach über ein Vermögen von 21 Milliarden Dollar.

Und ganz nach der Tradition des Silicon Valley inszeniere sich Musk am liebsten als Retter der Welt - doch in seiner eigenen Firma sei die Welt keineswegs eine bessere. Sie routiere nur einen Gang höher.

(red mit Material von AFP, APA)

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