Halbleiter

Apple und Samsung sind die weltgrößten Einkäufer von Chips

Die Smartphonehersteller Apple und Samsung sind laut einer Studie von Gartner die weltweit größten Käufer von Halbleiter-Komponenten mit einem Marktanteil von 20 Prozent. In der Coronakrise haben die beiden Elektronikriesen ihre Stellung nochmals ausgebaut.

Apple und Samsung haben einer Studie zufolge in der Coronakrise ihre Stellung als weltweit größte Halbleiter-Käufer dank der steigenden Nachfrage nach PC und Unterhaltungselektronik ausgebaut. Die beiden Unternehmen kamen im Coronajahr auf einen Marktanteil von zusammen 20 Prozent und ließen damit die Konkurrenz weit hinter sich, wie das Beratungsunternehmen Gartner auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte.

Zudem steigerten Apple und Samsung ihre Ausgaben für Chips um mehr als ein Fünftel und damit deutlich stärker als die Konkurrenz. "Die Pandemie schwächte die Nachfrage nach 5G-Smartphones und störte die Fahrzeugproduktion, trieb aber die Nachfrage nach mobilen PCs und Videospielen sowie die Investitionen in Cloud-Rechenzentren an", sagte Gartner-Experte Masatsune Yamaji.

Apple etwa habe von der starken Nachfrage nach AirPods-Kopfhörern, Mac-Computern und iPads profitiert. Dabei spiele eine Rolle, dass sich viele Kunden mit Zusatzgeräten für Arbeit und Schule zuhause eingedeckt hätten. Bei Samsung komme die Nachfrage nach Festplatten für Rechenzentren dazu, die für den Betrieb von Cloud-Servern benötigt werden. Die Nummer drei Huawei litt dagegen unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China und kappte ihre Halbleiter-Ausgaben um fast ein Viertel.

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Die steigende Nachfrage nach Unterhaltungselektronik bekommt dagegen die Autobranche zu spüren, zumal deren Geschäfte nach den ersten Corona-Einschränkungen wieder stärker anzogen als zunächst befürchtet. Viele Autobauer und Zulieferer leiden nun unter einem akuten Chipmangel und mussten zum Teil Kurzarbeit anmelden. Audi-Chef Markus Duesmann sprach sich zuletzt in einem Reuters-Interview für eine stärkere Förderung der Halbleiterindustrie in Europa aus. (reuters/apa/red)

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