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Angriffe im Golf von Oman: Die 6 wichtigsten Eckdaten

Nach dem mutmaßlichen Angriff im Golf von Oman konnte das Feuer auf dem norwegischen Öltanker "Front Altair" gelöscht werden. Doch die Ursache der Explosionen völlig unklar. Hier eine Übersicht der wichtigsten bekannten und bisher nicht bekannten Faktoren.

Nach dem mutmaßlichen Angriff im Golf von Oman konnte das Feuer auf dem norwegischen Öltanker "Front Altair" gelöscht werden. Das teilte die Reederei Frontline am Freitag mit. Das Schiff liege stabil und es sei bisher keine Verschmutzung des Wassers festgestellt worden. Im Laufe des Tages werde ein Bergungsschlepper erwartet. Den 23 Besatzungsmitgliedern gehe es gut.

Der Tanker war wie der japanische Tanker "Kokuka Courageous" am Donnerstag im Golf von Oman möglicherweise angegriffen worden. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich. Der Iran weist die Vorwürfe zurück.

Nach Angaben von Frontline soll im Laufe des Samstags ein weiteres Spezialistenteam vor Ort eintreffen, um die Schäden an der "Front Altair" genauer zu untersuchen.

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Ursache der Explosionen völlig unklar

Die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman haben die Spannungen in der Region verschärft. Doch noch bleiben die Hintergründe im Dunkeln.

Was zur Stunde bekannt ist:

1. Die Zwischenfälle: Am Donnerstag in der Früh erreichten die US-Marine in der Region nach eigenen Angaben zwei Notrufe - um 6.12 Uhr (Ortszeit) von dem Tanker "Front Altair", um 7.00 Uhr von dem Tanker "Kokuka Courageous". Beide Schiffe waren demnach mit 19 Kilometern Abstand im Golf von Oman in internationalen Gewässern unterwegs. Die "Kokuka Courageous" befand sich etwa 26 Kilometer von der iranischen Küste entfernt. Ein US-Marineboot eilte zur Hilfe.

Beide Tanker wurden beschädigt. Die "Front Altair" geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous" berichtet von zwei Detonationen.

2. Die Schiffe: Die 2016 gebaute "Front Altair" gehört zur norwegischen Reederei Frontline und fährt unter der Flagge der Marschallinseln. Sie hatte nach Angaben des Dienstes "Marine Traffic" in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) abgelegt und war unterwegs nach Taiwan. Frontline gilt als Betreiber der größten Tankerflotte der Erde.

Die "Kokuka Courageous" eines japanischen Betreibers wird von der deutschen Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) gemanagt und fährt unter der Flagge Panamas. Sie war im saudischen Hafen Al-Jubail mit Methanol an Bord in See gestochen und wollte nach Singapur.

3. Schäden und Verletzte: Vor allem die "Front Altair" wurde durch das Feuer stark beschädigt, ist aber nicht gesunken. Das Schiff "Hyundai Dubai" rettete die Besatzung und übergab sie an iranische Kräfte. An Bord der "Kokuka Courageous" wurde ein Mitglied der 21-köpfigen philippinischen Crew leicht verletzt. Ein niederländisches Schiff nahm die Besatzung auf und übergab sie an ein US-Marineboot. Die Besatzung kehrte am Freitag auf das Schiff zurück, damit es in die VAE geschleppt werden kann.

Was zur Stunde nicht bekannt ist:

4. Ursache der Explosionen: Völlig unklar ist, was die Detonationen ausgelöst hat. Das norwegische Seefahrtsamt sprach am Donnerstag von einem "Angriff". Die norwegische Reederei bestätigte das zunächst nicht, genauso wenig die Bernhard Schulte Shipmanagement.

Der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous" wies Meldungen zurück, das Schiff sei von einem Torpedo getroffen worden. Die Besatzung habe vor der zweiten Explosion ein "fliegendes Objekt" gesehen, das auf sie zugesteuert sei, sagte der Präsident des Unternehmens. Am Donnerstag hatte er noch erklärt, der Tanker sei mit "einer Art Granate" angegriffen worden. Dagegen verbreitet das US-Zentralkommando ein Video, das nahelegen soll, dass möglicherweise eine Haftmine an einem der Schiffe angebracht wurde.

5. Verantwortliche und Motive: Die USA beschuldigen den Iran, hinter den mutmaßlichen Angriffen zu stecken. Damit wolle die Führung in Teheran erreichen, dass die Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden. Beweise aber legte Washington nicht vor. Die Regierung in Teheran wiederum deutete an, die Zwischenfälle seien möglicherweise inszeniert worden, um einen Vorwand für ein härteres Vorgehen gegen den Iran zu finden.

6. Das Video: Auf dem Schwarz-Weiß-Video des US-Zentralkommandos ist zu erkennen, wie sich Menschen auf einem Boot an der Wand eines Tankers zu schaffen machen und von dort etwas zu entfernen scheinen. Das Boot fährt danach wieder weg von dem Tanker.

Das Zentralkommando sprach von einem "Haftminenangriff". Demnach handelte es sich um ein Schnellboot des Typs "Gashti", das zu den iranischen Revolutionsgarden gehört. Für die Angaben gibt es keine unabhängige Bestätigung. Aufgenommen wurde das Video angeblich am Nachmittag nach den Zwischenfällen. Zu erkennen ist, dass sich das Schnellboot auf der Steuerbordseite des Schiffes befand - das ist die Seite, die von der iranischen Küste abgewandt war. (red mit dpa/apa/red)