Personalie

Amazon bekommt einen neuen Chef

Jeff Bezos hat seinen Rücktritt als Amazon-Vorstandschef angekündigt, er wird aber als Vorsitzender des Verwaltungsrat weiterhin großen Einfluss haben. Sein Nachfolger wird der bisherige Chef des Cloud-Geschäfts, Andy Jassy.

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Jeff Bezos gründete Amazon 1994 und baute das Unternehmen vom Online-Buchgeschäft zum Billionen-Konzern auf - nun zieht er sich im dritten Quartal in den Verwaltungsrat zurück. Sein Nachfolger als CEO wird der Leiter des boomenden Cloud-Geschäfts, Andy Jassy.  "Derzeit ist Amazon so innovativ wie noch nie zuvor, weswegen das der beste Zeitpunkt für die Übergabe ist", begründete Bezos seinen Schritt. Als geschäftsführender Vorsitzender des dem Vorstand übergeordneten Verwaltungsrats wird er auch nach seinem Rücktritt weiterhin großen Einfluss im weltgrößten Onlinehändler ausüben.

Bezos will mehr Energie in neue Produkte und seine Projekte investieren

In einem Memo an die Amazon-Mitarbeiter erklärte Bezos, dass es bei seiner Entscheidung nicht darum gehe, sich in den Ruhestand zu verabschieden. "Ich hatte noch nie mehr Energie", betonte der Konzernchef. In seiner zukünftigen Rolle als Verwaltungsratschef wolle Bezos seine Energie und Aufmerksamkeit auf neue Produkte und Initiativen ausrichten. Außerdem gewinne er so mehr Zeit für andere Projekte wie seine Stiftungen, seine Raumfahrtfirma, den SpaceX-Konkurrenten Blue Origin oder die Zeitung "The Washington Post", die in seinem Privatbesitz ist.

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Mit einem geschätzten Vermögen von 188 Milliarden Dollar (155,58 Mrd. Euro) ist Bezos derzeit dem "Bloomberg Billionaires Index" zufolge der zweitreichste Mensch der Welt. Den Titel als reichster Mann der Welt musste er erst kürzlich an Tesla-Gründer Elon Musk abtreten.

In den drei Monaten bis Ende Dezember knackte Amazon beim Umsatz dank des Bestellbooms in der Coronakrise und eines starken Weihnachtsgeschäfts erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legten die Erlöse um 44 Prozent auf 125,6 Milliarden Dollar zu. Den Nettogewinn konnte Amazon auf 7,2 Milliarden Dollar (6,0 Mrd Euro) deutlich mehr als verdoppeln. Im Geschäftsjahr 2020 verdiente der Konzern 21,3 Milliarden Dollar, was einem Anstieg um 84 Prozent und einer neuen Bestmarke entspricht.

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Der Online-Gigant profitierte abermals stark von seinem Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet. Die vom zukünftigen Vorstandschef Jassy geführte AWS-Plattform, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, erhöhte den Quartalsumsatz um 28 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar und blieb damit etwas unter den Erwartungen. Das Betriebsergebnis kletterte unterdessen um 37 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar, woran klar zu erkennen ist, was für ein attraktiver Gewinnbringer Amazons Cloud-Flaggschiff weiterhin ist. (apa/dpa/Reuters)