Aluminiumindustrie

Amag startet große Übernahme in Bayern

Der oberösterreichische Aluminiumkonzern übernimmt die Mehrheit an der Aircraft Philip Gruppe, einem bayerischen Zulieferer der Luftfahrtindustrie und der Raumfahrt. Aircraft Philip ist auf die Bearbeitung von Aluminium und Titan spezialisiert.

Von links: Der bisherige Eigentümer und nunmehriger Geschäftsführer Rolf Philipp und Amag-Konzernchef Gerald Mayer bei der Bekanntgabe der Übernahme.

Der oberösterreichische Aluminiumkonzern Amag kauft im angrenzenden Bayern zu. Er übernimmt 70 Prozent an der Aircraft Philip Gruppe (ACP) mit Sitz am Chiemsee. Die ACP ist spezialisiert auf die mechanische Bearbeitung von Aluminium und Titan für die Luft- und Raumfahrt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Der Deal soll im Spätherbst abgeschlossen sein, teilte die Amag mit.

Standorte mit 200 Mitarbeitern in Bayern und Baden-Württemberg

Die ACP-Gruppe schrieb 2019 einen Umsatz von rund 50 Mio. Euro. Die Produktionsstandorte mit mehr als 200 Mitarbeitern befinden sich in Übersee am Chiemsee (Bayern) und Karlsruhe (Baden-Württemberg).

"Mit der Akquisition von ACP verlängern wir die Wertschöpfungskette der Amag in Richtung der mechanischen Bearbeitung wie beispielsweise Fräsen und Bohren, aber auch der Herstellung von Spezialkomponenten aus Aluminium und Titan", erklärte dazu Amag-Chef Gerald Mayer.

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Auf der anderen Seite stünde die Amag mit ihren "ausgewiesenen Kompetenzen in den Bereichen Walzen, Gießen und Recycling". Dadurch ergeben sich dem Konzernchef zufolge bessere Kreisläufe beim Recycling, bessere Abläufe bei Plattenabschnitten sowie von im Fräsprozess anfallenden Spänen, aber auch eine verbesserte "Buy-to-Fly-Ratio", also die Wirtschaftlichkeit in der Herstellung von Komponenten für die Luftfahrtindustrie.

Aircraft Philipp Gruppe soll eigenständig bleiben

Wie es in der Aussendung heißt, bleibt die Aircraft Philipp Gruppe bestehen und wird als eigenes Unternehmen in der Amag-Gruppe geführt werden. Der bisherige Eigentümer Rolf Philipp bleibt mit 30 Prozent an der ACP beteiligt und soll sich als Geschäftsführer der weiteren strategischen Entwicklung im Bereich Luftfahrt widmen. (red mit apa)

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