Aluminiumindustrie

Amag: Guter Jahresstart in unsicheren Zeiten

Der oberösterreichische Aluminiumverarbeiter hat im Vorjahr einen Gewinneinbruch erlitten, meldet aber wieder einen "geglückten Jahresstart" und Anzeichen einer weiteren Erholung. Konzernchef Gerald Mayer berichtet auch von einem "starken Auftragseingang", der den Standort Ranshofen bis Mitte 2021 auslasten werde.

Der börsennotierte oberösterreichische Aluminiumhersteller Amag sieht nach einem deutlichen Gewinn- und Umsatzrückgang im Corona-Jahr 2020 nun wieder Anzeichen einer Erholung. Die aktuelle Situation sei grundsätzlich positiv, aber nach wie vor von großen coronabedingten Unsicherheiten geprägt, so Unternehmenschef Gerald Mayer. Damit sei es derzeit auch zu früh, eine klare Ergebnisvorschau für das Gesamtjahr zu geben. "Der Start ins Jahr ist aber einmal geglückt".

Ein starker Auftragseingang in den vergangenen Wochen bilde eine sehr gute Basis auch für die Auslastung der Anlagen insbesondere am Standort Ranshofen in den nächsten Monaten bis Jahresmitte, so der Amag-Vorstandsvorsitzende in der Online-Bilanzpressekonferenz. Günstig sei derzeit auch das Umfeld bei den Aluminium- und Vormaterialpreisen. "Daher unser vorsichtig optimistischer Ausblick für das Jahr 2021". Eine genaue Ergebnisprognose wird zum ersten Quartal in Aussicht gestellt. Erwartet wird für heuer wieder ein Anstieg der Aluminiumnachfrage.

Gute Bilanz zum Instrument der Kurzarbeit

Die Kurzarbeit im oberösterreichischen Ranshofen hat die Amag mit Jahresende 2020 beendet. Angemeldet war nach Unternehmensangaben der gesamte Standort, in den einzelnen Produktbereichen wurde die Kapazität flexibel an die Auslastung angepasst. Maximal waren 1.300 Mitarbeiter in Kurzarbeit, gegen Jahresende bereits weniger. Die Zeitreduktion habe durchschnittlich rund 30 Prozent betragen. Die österreichische Kurzarbeitslösung sei eine gute Lösung gewesen. Im Vorjahr lag die Beschäftigtenzahl (Vollzeitäquivalente) in der Amag-Gruppe stabil bei 1.991, nach 2.000 im Jahr 2019. Personalkürzungen sind nicht geplant, aktuell würden rund 60 Leute gesucht.

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Das Vorjahr sei durch die Coronasituation geprägt gewesen, insgesamt habe die Amag aber eine sehr gute Geschäftsentwicklung gehabt, so Mayer. Die Strategie habe man trotz der Einschränkungen gut umsetzen können und es sei auch gelungen, die Sach- und Strukturkosten an die Kapazitätsauslastung anzupassen. Mit dem Erwerb von 70 Prozent an der bayerischen Aircraft Philip werde die Wertschöpfungskette verlängert und das Closed-Loop-Recycling gestärkt.

"Produkte-Feuerwerk gezündet"

Wesentliche Punkte der Strategie sind Innovationen und Nachhaltigkeit. Im Vorjahr habe man ein "Neu-Produkte-Feuerwerk" gezündet, etwa für die Bereiche E-Mobilität und Autoindustrie generell. 28 der 30 neuen Produkte verzeichneten bereits Absatzerfolge. Am neuen Forschungszentrum "CMI" in Ranshofen sind rund 150 F&E-Mitarbeiter beschäftigt. Auf Innovationen setzt das Unternehmen etwa in Bereichen wie Mobilität, Digitalisierung und Arbeitssicherheit.

Puncto Nachhaltigkeit verwies Mayer auf eine Schrotteinsatzquote von 78 Prozent im Durchschnitt aller Produkte, die geplante größte Aufdach-Photovoltaik-Anlage Österreichs sowie eine Reihe von Zertifikaten - mit Gold im EcoVadis Nachhaltigkeitsranking gehöre die Amag zu den besten 2 Prozent der Branche.

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Coronabedingt war 2020 die Nachfrage deutlich geringer, vor allem aus dem Transportbereich und dem Handel. Der Absatz der Amag-Gruppe sank um 8 Prozent auf 404.800 Tonnen. Der Aluminiumpreis war um durchschnittlich 4 Prozent niedriger. Der Umsatz fiel um 15,2 Prozent auf 904 Mio. Euro. Am stärksten von der Coronakrise betroffen war das Segment Walzen, in dem auch die Luftfahrtindustrie beliefert wird.

Der Absatz sank um 13 Prozent bzw. fast 30.000 Tonnen, der Umsatz um 19 Prozent auf rund 622 Mio. Euro und das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 51 Prozent auf rund 53 Mio. Euro. Hier haben sich die Auftragseingänge im vierten Quartal sukzessive verbessert, vor allem aus der Autoindustrie. Die Luftfahrt dürfte einen Tiefpunkt erreicht haben, so Mayer. Geringer fielen die Rückgänge im Bereich Gießen aus: Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 78 Mio. Euro, das EBITDA um 15 Prozent auf 6,3 Mio. Euro.

Amag will trotz allem eine Dividende zahlen

Insgesamt fiel das EBITDA der Amag-Gruppe um 24 Prozent von 143 Mio. auf 108,2 Mio. Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 58,5 Prozent auf 25,3 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis nach Steuern brach um 70 Prozent auf 11,6 Mio. Euro ein. Für das Jahr 2020 will die Amag dennoch eine Dividende auszahlen: Der Vorschlag lautet auf stabil 0,50 Euro je Aktie. (apa/red)