Werkzeughersteller

Alpen-Maykestag auf Erfolgskurs

Wie der Salzburger Werkzeughersteller nach dem schwierigen Coronajahr ein Umsatzwachstum von über 18 Prozent erwirtschaften und so den Vor-Corona-Umsatz toppen konnte.

Werkzeughersteller Alpen-Maykestag Umsatzplus Industriekonjunktur

Claudia Zoff, Geschäftsführerin Alpen-Maykestag

Der Bohrer- und Fräserhersteller Alpen-Maykestag mit Sitz in Puch bei Hallein (Tennengau) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021 seinen Umsatz um 18,1 Prozent auf 53,4 Millionen Euro erhöht. Wie das Unternehmen mitteilte, bedeute dies auch ein Plus gegenüber der Vor-Corona-Zeit. Durch die Pandemie war der Umsatz im Geschäftsjahr 2019/2020 gegenüber 2018/2019 von 50,7 auf 45,3 Mio. Euro gesunken.

"Die Umsatzzuwächse haben wir mit unseren Produkten im Heim- und Handwerker-Bereich erzielt. Beide boomen seit Mitte des Vorjahres", erklärte Alpen-Maykestag-Geschäftsführerin Claudia Zoff. Die Nachfrage an Bohrern sei vor allem in den europäischen Abnahmeländern stark gestiegen. Im Gegenzug sei bei den Hochleistungswerkzeugen für die metallverarbeitende Industrie, etwa die Automobil-Branche, aufgrund der vielen Lockdowns weltweit ein Rückgang verzeichnet worden. Das Segment habe aber im letzten Quartal des abgelaufenen Wirtschaftsjahres wieder angezogen.

Zudem leide das Unternehmen an Fachkräftemangel und der andauernde Rohstoff- und Betriebsstoffknappheit, so Zoff weiter. "Seit dem Frühjahr setzen wir alle Hebel in Bewegung, um die Belieferung der Stammkunden aufrecht zu erhalten." Allerdings blieben dabei Neukunden und neue Märkte auf der Strecke. Dennoch rechnet die Geschäftsführerin im neuen Wirtschaftsjahr mit einer Umsatzsteigerung im niedrigen zweistelligen Bereich.

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Das Familienunternehmen Alpen-Maykestag verarbeitet jährlich mehr als 1.200 Tonnen Stahl. Die Exportquote lag zuletzt bei 78 Prozent. Derzeit sind an den drei Firmenstandorten 354 Mitarbeiter beschäftigt, davon 120 in Puch, 141 im steirischen St. Gallen und 93 in Ferlach in Kärnten.

Neuheiten auf den Markt gebracht
Das Salzburger Familienunternehmen hat das abgelaufene Geschäftsjahr ohne Kurzarbeit und mit geballter Innovationskraft hervorragend gemeistert. Dabei wurden der digitale Kundensupport vorangetrieben, interne Strukturen bereinigt und Synergien sinnvoll gebündelt, rund drei Millionen Euro in ein modernes Logistikzentrum am Firmenstandort Puch investiert sowie zahlreiche Neuheiten auf den Markt gebracht. Darunter in der Zerspanungstechnik der neue Turbo-Twister, der die nächste Generation im trochoidalen Fräsen einläutet sowie der digitale MaySpeedGuide, der via App u.a. eine unkomplizierte Schnittdatenberechnung gewährleistet wodurch CNC-Maschinen im Handumdrehen exakt eingestellt werden können. Im Heim- und Handwerkerbereich sorgt der neu entwickelte HSS Cobalt Spiralbohrer mit verstärktem Kerndurchmesser für Furore. Damit lassen sich besonders zähe und harte Werkstoffe wie rost- und säurebeständige Chrom-Nickelstähle optimal bearbeiten.

Während die Nachfrage nach Präzisionsbohrer der Marke ALPEN seit Beginn der Pandemie vor allem in den europäischen Abnahmeländern stark gestiegen ist, wurde bei den Hochleistungswerkzeugen der Marke Maykestag, die für die metallverarbeitende Industrie (Automobilindustrie, Flugzeugtechnologie, Maschinenbau etc.) entwickelt und produziert werden, aufgrund der vielen Lockdowns weltweit ein Rückgang verzeichnet. „Allerdings hat der Bereich Maykestag im letzten Quartal des abgelaufenen Wirtschaftsjahres wieder kräftig angezogen, sodass wir in diesem Segment bereits an die Umsatzzahlen von vor Corona anschließen konnten“, freut sich Zoff.

25 Mitarbeiter gesucht
Derzeit sind an den drei Firmenstandorten 354 Mitarbeiter beschäftigt, davon 120 in Puch, 141 in St. Gallen und 93 in Ferlach. Geplant sind neue Arbeitsplätze im Marketing- und F&E-Bereich zu schaffen. Aktuell werden an den unterschiedlichen Standorten insgesamt 25 Mitarbeiter gesucht, davon 19 Zerspanungstechniker (15 für St. Gallen, 4 für Ferlach), 5 Lager- und Verpackungsmitarbeiter/innen in Puch bei Salzburg sowie ein/e Automatisierungstechniker/in standortübergreifend. Auch Zerspanungstechnik-Lehrlinge werden an den Produktionsstandorten St. Gallen und Ferlach aufgenommen. (apa/red))