Luftfahrt

Alitalia: Lufthansa bietet halbe Milliarde Euro - und will 6.000 Jobs streichen

Die AUA-Mutter Lufthansa bietet 500 Millionen Euro für die Alitalia. Dem Plan nach sollen 6.000 Jobs wegfallen. Die Frist endet in wenigen Stunden.

Luftfahrt Lufthansa Austrian Airlines Alitalia

Die AUA-Mutter Lufthansa bietet 500 Millionen Euro für die Alitalia. Lufthansa sei lediglich an der Übernahme der Flugsparte und nicht am Handlingbereich interessiert, berichtete die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera".

Lufthansas Plan sieht die Streichung von 6.000 Jobs bei der italienischen Airline vor, was einer Halbierung des Personals betrifft, berichtete das Blatt. Kurze und mittellange Flüge, die wegen der starken Konkurrenz von Lowcost-Gesellschaften weniger rentabel sind, sollen zugunsten von Langstreckenrouten reduziert werden.

Rom will das Angebot vorerst auf Eis legen

Wegen der starken Stellenkürzungen sei die italienische Regierung entschlossen, das Angebot der Lufthansa vorerst auf Eis zu legen. Nicht ausgeschlossen werden Verhandlungen mit der Airline zur Reduzierung der bei Alitalia geplanten Jobkürzungen. Die Regierung bemüht sich, einen zerstückelten Verkauf der Alitalia abzuwenden. Die Frist für die Einreichung verbindlicher Angebote für die marode italienische Airline läuft am Montag um 18 Uhr ab. Im Rennen um Alitalia sind noch der US-Investmentfonds Cerberus und EasyJet.

White Paper zum Thema

Die Regierung in Rom verlängerte zuletzt den Brückenkredit für die Pleite-Fluglinie von November dieses Jahres bis September 2018. Der Ministerrat beschloss auch, 300 Mio. Euro zusätzlich zuzuschießen. Alitalia wird daher dem Staat 900 Mio. Euro zurückzahlen müssen. Die Regierung hatte der Airline im Frühjahr bereits 600 Mio. Euro für den Erhalt des Flugbetriebs gewährt.

Premier Paolo Gentilonis Hauptziel ist es, Alitalia eine Zerstückelung zu ersparen. Dafür hat die Regierung die Frist für den Abschluss des Verkaufsverfahrens vom 5. November auf den 30. April verlängert. Die Airline wird mit circa 800 Mio. Euro bewertet. (apa/red)