Luftfahrtindustrie

Airbus und Aerion wollen neuen Überschalljet bauen

Die Flugzeugbauer Airbus und Aerion suchen gerade einen Standort für die Produktion eines neuen Überschalljets. Der Plan: Airbus liefert große Teile der Maschine namens AS2. Die Endmontage übernimmt Aerion selbst. Und Teile der Kabine kommen aus Österreich.

Kommerziell verwendbare Bilder des AS2 sind derzeit an dieser Stelle nicht verfügbar. Hier im Bild das raketenbetriebene Überschallflugzeug North American X-15 kurz nach dem Abflug von seiner Trägermaschine B-52. Die Flieger des Typs X-15 wurden in den 1960er Jahren entwickelt.

Die Pläne des US-amerikanischen Flugzeugbauers Aerion und der europäischen Airbus für einen Überschalljet für Geschäftsreisende nehmen konkretere Formen an. Der US-Hersteller Aerion will bis Mitte 2016 über den Ort der Produktionsstätte entscheiden, teilt das Unternehmen in Las Vegas mit.

Das Geschäftsreiseflugzeug mit dem Namen AS2 soll im Jahr 2021 erstmals abheben und 2023 in Dienst gehen. Der Erstflugtermin liegt damit jedoch zwei Jahre später als noch beim Einstieg von Airbus im vergangenen Jahr angekündigt.

"Klare technische Lösungen für einen Überschalljet"

"Wir sehen klare und umsetzbare technische Lösungen für einen Überschalljet und einen realistischen Fahrplan, um Aerion auf dem Weg zum Bau und zum Flug der Maschine zu helfen", sagte Airbus-Manager Ken McKenzie. Airbus soll große Teile des Flugzeugs liefern, die Endmontage will Aerion selbst vornehmen. Mit dem Bau der Fabrik will das Unternehmen 2018 beginnen. Als Fläche werden 40 Hektar in der Nähe eines Flughafens in den USA benötigt.

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Der Markt für zivile Überschallflugzeuge ist seit dem Betriebsende der Concorde im Jahr 2003 verwaist. Die Maschine, die vom französischen Airbus-Vorläufer Aerospatiale in den 1970er-Jahren mitentwickelt wurde, hatte sich für die einzigen Betreiber British Airways und Air France angesichts ihres extrem hohen Treibstoffverbrauchs als unrentabel erwiesen. Beim Absturz einer Concorde im Juli 2000 kamen 113 Menschen ums Leben.

Hinter Aerion steht der Milliardär Robert Bass

Hinter Aerion steht der texanische Milliardär Robert Bass. Das Vorhaben wurde 2002 gestartet und während der Finanzkrise 2008/2009 auf Eis gelegt. Im vergangenen Jahr stieg schließlich Airbus als Partner ein. Die AS2 soll über dem Meer bis zu 1,5-fache Schallgeschwindigkeit erreichen. Über Land ist ein Tempo knapp unter der Schallgeschwindigkeit vorgesehen, um den Überschallknall zu vermeiden.

An der Kabine sollen Österreicher mitbauen

Laut Aerion gibt es inzwischen vorläufige Pläne unter anderem für Tragflächen aus Kohlenstofffasern, den Rumpf, Leitwerk und ein neuartiges, platzsparendes Fahrwerk. Die ersten Zulieferer sind den Angaben zufolge bereits ausgewählt, bis Mitte 2016 will Aerion über den Triebwerkshersteller entscheiden. Die Flugzeugkabine soll Inairvation entwickeln, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Technik und der österreichischen List GmbH.

Die Konkurrenz schläft nicht

Allerdings schläft die Konkurrenz nicht. In den USA arbeitet Spike Aerospace ebenfalls an einem Überschall-Passagierjet, der Supersonic Spike S-512. Das Flugzeug für bis zu 18 Passagiere soll ebenfalls Anfang der 2020er-Jahre erstmals ausgeliefert werden. (dpa/apa/red)