Automobilindustrie

Acea: Automobilindustrie lehnt weitere Verschärfung der Klimaziele ab

"Natürlich fühlt sich das gut an, auf dem Papier ein hohes Reduktionsziel zu haben, aber wir wollen sicherstellen, dass das, was aufgeschrieben wird, zumindest in unserer Branche auch erfüllt wird" sagt der Generalsekretär des Dachverbands der Europäischen Automobilindustrie, Erik Jonnaert.

Unerreichbare Klimaziele? Seit 2009 gilt in der Europäischen Union die Vorschrift, dass Neuwagen eines Herstellers spätestens 2021 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. Tatsächlich lag der Wert 2017 im Schnitt bei 118,5 Gramm.

Der Dachverband der Europäischen Autoindustrie stellt die vorgeschriebenen Klimaziele für 2021 infrage und kämpft für eine Senkung der geplanten Vorgaben für die Jahre bis 2030. "In unserer Branche herrscht große Sorge, ob wir das Ziel für 2021 erreichen, denn das wird natürlich schon kniffelig", sagte der Generalsekretär des Dachverbands Acea, Erik Jonnaert,  gestern in Brüssel. Der Acea repräsentiert als Lobbyverband 15 große (nicht nur europäische) Automobilhersteller von BMW über Fiat, Ford, Hyunday, Jaguar, Opel, Renault Toyota bis Volkswagen und Volvo.

Seit 2009 gilt in der Europäischen Union die Vorschrift, dass Neuwagen eines Herstellers spätestens 2021 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. Tatsächlich lag der Wert 2017 im Schnitt bei 118,5 Gramm - mit leicht steigender Tendenz. "Trotz der Anstrengungen, die wir als Hersteller unternommen haben, steigen die CO2-Emissionen nun zum ersten Mal", bestätigte Jonnaert. Grund sei der Abstieg des Diesels, der weniger verbraucht als Benziner. Trotzdem versuchten die Hersteller alles, die Vorgaben noch zu erreichen, zumal sonst hohe Strafen fällig würden, betonte Jonnaert.

Der Acea-Manager lehnte Pläne der EU-Kommission erneut ab, für die Jahre 2021 bis 2030 eine weitere Senkung der CO2-Werte um 30 Prozent vorzuschreiben. Und er warnte das Europaparlament dringend davor, dieses Ziel sogar auf 50 Prozent zu erhöhen. Realistisch seien nur 20 Prozent, meinte Jonnaert. "Natürlich fühlt sich das gut an, auf dem Papier ein hohes Reduktionsziel zu haben, aber wir wollen sicherstellen, dass das, was aufgeschrieben wird, zumindest in unserer Branche auch erfüllt wird."

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Seit 1. September gilt zudem eine neue Abgas-Messmethode, die in der EU ab sofort für realistischere Werte bei Ausstoß und Verbrauch sorgen sollen. Seit Samstag an dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die den Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) durchlaufen haben. Die EU-weit einheitlichen Untersuchungen sind gründlicher und länger als im bisherigen Verfahren NEFZ. Seit dem Beginn des Skandals um durch die Autoindustrie manipulierte Abgaswerte habe man die Spielregeln deutlich verschärft, sagte EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. "Strengere Abgastests sind ein Schlüsselelement des Puzzles."

Das WLTP-Verfahren unterscheidet sich in vielen Punkten von seinem Vorgänger. So dauert der Labortest zehn Minuten länger und kommt nur noch auf 13 Prozent Stillzeit. Die gesamte Zykluslänge simuliert mit 23,25 Kilometern eine mehr als doppelt so lange Strecke wie der NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus)Stren. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 131 statt bisher 120 Kilometern pro Stunde. Der NEFZ wurde seit Anfang der 1990er Jahre angewandt

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