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20 Jahre BMÖ: Das war der Jubiläumsevent in Wien

Im Wiener Haus der Ingenieure beging der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik heute Dienstag sein 20-jähriges Bestandsjubiläum. Unter den Festgästen: Das Who is who aus Einkauf und Supply Chain Management, aber auch der Forschung und Lehre. Das Rahmenprogramm mit hochkarätigen Speakern bot reichlich Stoff für den fachlichen Diskurs.

Im Wiener Haus der Ingenieure beging der BMÖ am Dienstag sein 20-Jahres-Jubiläum.

In seiner besonderen Rolle ist er längst ins Kollektivbewusstsein einer ganzen Berufsgruppe eingegangen: Seit 20 Jahren begleitet der BMÖ nunmehr Führungskräfte und Leistungsträger aus Einkauf und Supply Chain Management. Wichtige Weichenstellungen setzte der Bundesverband in dieser Zeit - etwa ausbildungsseitig: 1999 startete der erste BMÖ-Ausbildungslehrgang Certified Purchasing Expert in Kooperation mit der Donau-Universität Krems.

Von 1999 bis 2005 enstand mit der Donau-Uni auch die BMÖ-Akademie. Beim Thema Digitalisierung war man unter den Ersten: Bramarbasierten die einen munter über IoT, sorgte der BMÖ früh für Inhalte: 2015 startete die Initiative „Task Force Einkauf 4.0“. Sie positionierte den Einkauf als Schlüsselfaktor im Prozess der Digitalisierung. Das half im weiteren bei der Positionsbestimmung - und der Umsetzung praktischer Maßnahmen im eben erst angebrochenen Digitalzeitalter.

Vom "Wertbeitrag" des Einkaufs

Das - und vieles mehr aus 20 Jahren - gehört gefeiert: Im Wiener Haus der Ingenieure beging der BMÖ heute Dienstag sein Jubiläum und lud dazu zahlreiche in- und ausländische Experten und Vertreter von Unternehmen, Wissenschaft und Praxis ein. BMÖ-Vorstand Heinz Pechek (O-Ton: Es gibt keinen spannendere Aufgabe im Unternehmen als den Einkauf") fasste in seinen einleitenden Worten den "Wertbeitrag" des Einkaufs zusammen: Er sei maßgeblich für Innovation verantwortlich und "Treiber der Digitalisierung". Christian Haring, Präsident des BMÖ, sekundierte: Dass der Einkauf salopp gesagt nicht nur Material bestellt, sondern ganz entscheidend wertschöpfend tätig ist, "haben unsere Mitglieder in 20 Jahren ziemlich eindrucksvoll bewiesen", sagt er.

Antworten im Zeitalter des Datenkapitalismus

Plastizität vermissen ließen in der Folge auch nicht die Worte der geladenen Speaker. Nach einer Video-Grußadresse von Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, wurden bis in die frühen Nachmittagsstunden in spannenden Key Notes Erfolgsfaktoren der strategischen Beschaffung im digitalen Zeitalter thematisiert. Prof. Johann Günther, von 1997 bis 2004 Vizepräsident der Donau Universität Krems, etwa skizzierte, was es im Zeitalter des Datenkapitalismus ganz besonders braucht: Kapazitäten in der Datenverarbeitung sowie die entsprechenden Netzwerktechnologien, lautete seine Conclusio.

Aber auch ein wachsames Auge, wenn es um ethische Aspekte im Miteinander geht. Wie der Einkauf digitale Unternehmen smarter machen könne, erläuterte Prof. Helmut Zsifkovits, Lehrstuhl für Industrielogistik an der Montanuniversität Leoben. Dank gereifter Technologien sei der Einkauf heute viel eher in der Lage, "ein solches Versprechen zu erfüllen", sagte Zsifkovits.

Frage der Qualifikation

Prof. Horst Bischof, Vizerektor für Forschung, der TU Graz, referierte nachmittags über die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz in der digitalisierten Welt, Prof. Robert Fieten, langjähriges Mitglied des Vorstandes des BME e. V., sprach über den "Paradigmenwechsel im operativen Einkauf" infolge der Digitalisierung. Wie Digital Procurement die Welt des Einkaufs verändert und welche Rolle dabei die Qualifikation einnimmt, erläuterte Prof. Lisa Fröhlich, Präsidentin der Cologne Business School CBS und Expertin für Strategisches Beschaffungsmanagement.

Wertschöpfungsfaktor Nummer Eins

Für BMÖ-Vorstand Heinz Pechek jedenfalls zeigte die Veranstaltung vor allem eins: Es gelte, sich weiterhin der Verantwortung zu stellen. „Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Einkaufs als Wertschöpfungsfaktor Nummer Eins bleibt das Ziel“, sagt er. Einher ginge damit ja die Anerkennung und Verbesserung des Stellenwertes der Leistungsträger im Einkauf. Konferenzen, Best Practice Days, Studien, Netzwerk-Events bis hin zu berufsbegleitenden Zertifikats- und MBA-Lehrgängen werden beim BMÖ also auch künftig hoch im Kurs bleiben. Pechek: „Wenn uns in diesen 20 Jahren gemeinsam einiges gelungen ist, ist dies Anlass zur Rück- und Vorschau, zur Besinnung, zur Freude, zum Feiern - aber auch Ansporn für die Zukunft.“

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