MBA-Ranking: Die besten "Executive MBAs" des Landes

Dutzende postgraduale Managementstudiengänge bieten in Österreich Executive MBA-Studiengänge für Führungskräfte an. INDUSTRIEMAGAZIN ließ in einer Umfrage 427 Führungskräfte das Image der Anbieter bewerten – und fand heraus, dass patente Netzwerke auf dem Karrierepfad zur immer härteren Währung werden. Von Daniel Pohselt.

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Wer an einen der begehrten Ausbildungsplätze an der WU Executive Academy kommen will, hat kein leichtes Spiel. Ein respektabler Lebenslauf – so überzeugend er auch zusammenstellt sein mag – reicht noch lange nicht aus. „Wir ziehen bei den Aufnahmegesprächen die härtesten Kritiker hinzu – nämlich unsere früheren Absolventen“, erzählt Dekan Bodo Schlegelmilch. Die Alumni sind so etwas wie seine Geheimwaffe für die Selektionsgespräche. Denn für die Absolventen gilt das Überlebensprinzip. Ihr Motto: Der Ruf des so mühevoll erworbenen Abschlusses soll wegen nachrückenden Minderleistern keinen Kratzer abbekommen. Deshalb schauen sie Bewerbern schon im Erstgespräch genau auf die Finger. Sogar bei der abschließenden Beurteilung der Kandidaten haben die Alumni ein gewichtiges Wort mitzureden. Die Stimmung sei zwar niemals feindselig, auf überraschende Fragen zur Budgeterfahrung oder Führungstätigkeit müssten die Bewerber aber „vorbereitet sein“, so Schlegelmilch.
 
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Die Strategie der WU Executive Academy, in der die Wiener Wirtschaftsuniversität ihre postgradualen Managementstudien für Berufstätige bündelt, ist klar. Die Wiener sehen es als ihre vornehme Pflicht an, im Dickicht der mehreren Tausenden Executive MBA-Programme weltweit die Fahne hoch zu halten. Mit selektiven Mitteln und inhaltlicher Qualität, die einen Kontrapunkt zu anderen Anbietern setzen sollen: Allein in Österreich bieten mehr als 20 Einrichtungen – auch nichtuniversitäre Organisationen – so genannte EMBA-Programme an. In einer Umfrage unter 427 heimischen Führungskräften hat INDUSTRIEMAGAZIN wie im Vorjahr das Image der Anbieter untersucht (alle Ergebnisse finden Sie hier) – und Details zu Motivation und Karriereverlauf nach dem Studium abgefragt. Eine „babylonische Sprachverwirrung“ herrsche am heimischen Markt – jeder definiere Inhalte, Ausrichtung und Funktion von Executive MBAs anders, berichteten Experten von Bildungsinstitutionen im Vorfeld der Befragung. Es werde „Etikettenschwindel“ betrieben, beklagte ein Branchenkenner. Studierenden und Personalabteilungen werde ein „riesiger Zerrspiegel“ vorgehalten, meinte ein anderer. Aus diesem Grund entschied sich die Redaktion kurzerhand für eine strengere – und damit fairere – Auswahl abgefragter Anbieter.  In die Umfrage schafften es heuer nur mehr Träger, deren postgraduale EMBA-Programme Managementmethoden und -instrumente ohne Branchenspezialisierung vermitteln. Auch die Berufserfahrung war ein Ausschlusskriterium: Studienangebote mit weniger als drei Jahren erforderlicher Führungserfahrung blieben unberücksichtigt. Anbietern von Executive MBAs, die im Vorjahr im vorderen Drittel des Imagerankings landeten, konnte dies – soviel steht fest – freilich nichts anhaben.

Fortsetzung auf Seite 2: Unis halten FH's auf Distanz.

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