Zulieferindustrie

Italiener übernehmen slowenischen Autozulieferer Cimos

Der italienische Autozulieferer TCH Cogeme hat 92 Prozent am slowenischen Zulieferer Cimos übernommen. Die Slowenen bauen Antriebskomponenten für Hersteller wie Ford, BMW, Peugeot, VW und Audi.

Nach langem Hin und Her ist der slowenische Autozulieferer Cimos privatisiert worden. Das italienische Unternehmen TCH Cogeme, das dem Fonds Palladio Finanziaria gehört, hat gestern, Donnerstag, das slowenische Unternehmen übernommen, nachdem alle aufschiebende Bedingungen aus dem bereits im Herbst 2016 unterzeichneten Kaufvertrag erfüllt wurden.

Die Italiener bezahlten für 92 Prozent der Cimos-Anteile einen symbolischen Kaufpreis von 100.000 Euro, wie die slowenischen Medien berichteten. Allerdings hat der neue Eigentümer auch 110 Mio. Euro Schulden von Cimos übernommen.

Italiener übernehmen auch 110 Millionen Euro Schulden

Laut dem Deal wird TCH Cogeme, ebenfalls ein Autozulieferer, zuerst das neuerworbene Unternehmen mit 18,3 Mio. Euro rekapitalisieren und bis Ende Mai einen Großteil seiner finanziellen Verbindlichkeiten abbezahlen. Danach soll eine weitere Kapitalspritze von 15 Mio. Euro folgen, hieß es.

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Der neue Eigentümer der mit dem Zukauf von Cimos seine Produktion für die Autobranche erweitern will, will das slowenische Unternehmen sanieren. In den nächsten drei Jahren sollen weitere 50 Mio. Euro investiert werden.

Mit der Übernahme endet die monatelange Ungewissheit rund um das Unternehmen. Ohne einen neuen Eigentümer drohte dem Autozulieferer, der sich seit 2013 in einem Umstrukturierungsverfahren befindet, die Pleite. Damit wären rund 4.000 Arbeitsplätze auf der Kippe gestanden.

Die Italiener hatten sich im Februar von dem vereinbarten Verkauf zurückgezogen, nachdem sich die Erfüllung von aufschiebenden Bedingungen hinausgezögert hat. Der Deal schien geplatzt zu sein. Doch dann schaltete sich laut Medienberichten das US-Unternehmen Honeywell Turbo Technologies, ein wichtiger Kunde sowohl von Cimos als auch von TCH Cogeme, ein und drängte auf die Übernahme.

Standorte auch in Kroatien, Bosnien und Serbien

Nun könnten auch mit Kroatien Lösungen für Probleme gefunden werden, die den Verkauf gefährdet hatten. Zankapfel war eine alte Schuldengeschichte aus den 1990er-Jahren, weswegen die kroatische "Bad Bank" (DAB) den Autozulieferer verklagte. Mit einer Vereinbarung zwischen den Regierungen Sloweniens und Kroatiens, die nächste Woche unterschreiben wird, soll auch diese Frage vom Tisch sein.

Cimos mit Sitz in der Hafenstadt Koper beliefert mehrere Automobilhersteller mit Antriebs- und Fahrwerkkomponenten, unter anderem Ford, BMW, PSA/Citroen, Audi und VW. Das Unternehmen verfügt über Produktionsstandorte in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Serbien. (apa/red)

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