Chemische Industrie 05.03.2016 09:20

Gut für die OMV - Borealis mit neuem Rekordgewinn

Der Chemiekonzern Borealis hat im Vorjahr seinen Nettogewinn auf eine neue Höchstmarke von 988 Millionen Euro erhöht. Die Mehrheit an Borealis gehört Abu Dhabi, die OMV hält 36 Prozent.

Bild: PEDZIWOL Marek / WirtschaftsBlatt / picturedesk.com

Der Chemiekonzern Borealis, an dem die OMV mit 36 Prozent beteiligt ist, hat 2015 einen Rekordgewinn erzielt. 2016 wird mit einer soliden, wenngleich geringeren Ertragskraft gerechnet, teilte Borealis mit. Konzernchef Mark Garrett erwartet nun eine Konsolidierungsphase von ein bis zwei Jahren bis zum nächsten Rekordergebnis.


Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Borealis einen Nettogewinn von 988 Mio. Euro, nachdem bereits 2014 ein Rekordergebnis von 571 Mio. Euro erzielt worden war, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab. Die Aktionäre - die OMV (36 Prozent) und der OMV-Großaktionäre IPIC (64 Prozent) - erhalten laut Garrett eine Rekorddividende. Mehr zur Strategie der OMV im Hinblick auf diese lukrative Beteiligung hier.

 

Megaprojekt in Abu Dhabi

 

2016 sei gut angelaufen, so Garrett zur APA. Im Februar und März habe man etwas weniger produziert, weil man geringere Mengen von den Lieferanten bekommen habe. Ab April werde dann wieder mehr erwartet. Bei der Petrochemie-Anlage Borouge 3 in Abu Dhabi stehe nur noch die Inbetriebnahme der Anlage für vernetztes Polyethylen (XLPE) aus, die im Mai erfolgen werde.


Dann ist das Megaprojekt abgeschlossen, mit dem bei voller Leistung eine zusätzliche Kapazität von 2,5 Mio. Tonnen bereitgestellt und die Gesamtkapazität auf 4,5 Mio. Tonnen erhöht wird. Borouge - ein Joint Venture von Borealis mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) - wird damit zum größten integrierten Polyolefinkomplex der Welt. Borouge und Borealis werden dann gemeinsam über eine Kapazität von rund 8 Mio. Tonnen Polyolefinen verfügen - mehr dazu in diesem Artikel des INDUSTRIEMAGAZIN.

 

Als Gründe für die Ergebnisverbesserung 2015 nennt Borealis in der heutigen Pressemitteilung höhere Gewinnspannen im Polyolefingeschäft, einen höheren Beitrag des Basischemikaliengeschäfts sowie einen stärkeren Beitrag von Borouge wegen der Inbetriebnahme von Borouge 3, wo mittlerweile alle Cracker und alle fünf Polyolefinanlagen planmäßig liefen.


Der Umsatz sank 2015 von 8,33 auf 7,7 Mrd. Euro. Die Nettoverschuldung verringerte sich um 702 Mio. Euro, die Verschuldungsquote von 40 auf auf 19 Prozent.


Historischer Höchstwert beim Gewinn mit Polyolefin

 

Die Polyolefin-Gewinnspanne habe 2015 einen branchenweiten, historischen Höchstwert erreicht. Heuer werde sie weiter über dem Durchschnitt liegen, es sei aber eine Normalisierung im Laufe des Jahres zu erwarten, so Garrett. Die starken Rückgänge beim Gas- und Ölpreis wirkten sich für Borealis als Einkäufer von Gas- und Ölderivaten positiv aus. Erwartet werden laut Mitteilung für heuer weitere Verbesserungen im Pflanzennährstoffbereich sowie ein weiterhin schwaches Preisumfeld in Asien.


Beschäftigt sind bei Borealis rund 6.500 Mitarbeiter. In Österreich hat Borealis rund 1.900 Mitarbeiter, Abbaupläne gebe es nicht, so Garrett. Borealis sei in Österreich im Vorjahr zum zweiten Mal der Top-Erfinder gewesen. Laut gestern veröffentlichten Zahlen des Europäischen Patentamtes war der Chemiekonzern 2015 ebenso wie im Jahr davor der größte Patentanmelder in Österreich. (APA/red)