Zulieferer Insolvenz Niederösterreich : Krise in der Automobilbranche: Eitek rutscht mit 36 Millionen Euro in die Insolvenz

Autozulieferer in Bedrängnis – Nachfrageeinbruch bringt Eitek ins Wanken

Autozulieferer in Bedrängnis: Nachfrageeinbruch bringt Eitek ins Wanken

- © Eitek

Über den Automobilzulieferer Eitek GmbH mit Sitz in Ebergassing (Niederösterreich) wurde am Montag das bereits in der Vorwoche beantragte Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung am Landesgericht Korneuburg eröffnet. Laut einer Aussendung des KSV1870 können Gläubiger ihre Forderungen bis zum 18. Februar anmelden. Die Sanierungsplantagsatzung wurde für den 15. April angesetzt.

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Von der Insolvenz betroffen sind 319 Beschäftigte und 272 Gläubiger. Die Passiva des Unternehmens belaufen sich auf 36 Millionen Euro.

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Sanierungsverwalter bestellt: Millionenrisiko im Falle einer Schließung

Zum Sanierungsverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Matthias Schmidt bestellt. Die Berichtstagsatzung ist für den 11. Februar, die Prüfungstagsatzung für den 4. März vorgesehen. Den Gläubigern wird eine Sanierungsplanquote von 30 Prozent angeboten.

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Ursache der Insolvenz seien laut Angaben vom Freitag "Umsatzrückgänge als Folge der allgemeinen Krise der gesamten Automotive-Branche". Im Falle einer hypothetischen Unternehmensschließung würden sich die Passiva laut KSV1870 "drastisch erhöhen". Das Unternehmen rechnet mit möglichen Schadenersatzforderungen in Höhe von bis zu 109 Millionen Euro.

Vom Vorzeigebetrieb zum Sanierungsfall: Eitek in der Branchenkrise

Bereits am Freitag wurde der Antrag auf Eröffnung des Sanierungsverfahrens beim Landesgericht Korneuburg eingebracht, wie die Kreditschutzverbände KSV1870 und Creditreform mitteilten. Ziel sei es, das Unternehmen im Rahmen eines Restrukturierungs- und Sanierungskonzepts fortzuführen.

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Die Eitek GmbH ist auf die Produktion, Verarbeitung und den Vertrieb von Komplett-Innenausstattungssystemen und Komponenten für die Automobilindustrie spezialisiert. "Das seit dem Jahre 2005 bestehende Unternehmen zählt zu den führenden Lieferanten für einige der prestigeträchtigsten Automarken und genießt Weltruf", so die Creditreform.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien eine "direkte Folge der Krise in der Automotivbranche", heißt es weiter. Teuerung und ein massiver Nachfragerückgang hätten das Unternehmen zusätzlich belastet.