Erdgas

Moskau kritisiert drohende Sanktionen gegen Nord Stream 2

Wegen drohender neuer Sanktionen gegen die umstrittene Gasröhre schließt Russland weitere Verzögerungen nicht mehr aus. "Unsere europäischen Partner und wir sind aber daran interessiert, dass dieses Projekt umgesetzt wird", so Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Russland schließt angesichts drohender neuer US-Sanktionen Verzögerungen beim Weiterbau der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 nicht aus. Das würde Dinge komplizierter machen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau der Staatsagentur Tass zufolge. "Unsere europäischen Partner und wir sind aber daran interessiert, dass dieses Projekt umgesetzt wird."

Ein 4500 Seiten umfassende Gesetzespaket der USA sieht unter anderem eine Ausweitung von Sanktionen Washingtons gegen die deutsch-russische Pipeline vor, die auch von der OMV mitfinanziert wird. Der scheidende US-Präsident Donald Trump legte am Mittwoch allerdings ein Veto gegen den Verteidigungshaushalt ein. In dem Gesetz geht es auch um Regelungen, die nichts mit der Finanzierung der Streitkräfte zu tun haben.

Ob Trump die Fertigstellung der Pipeline noch stoppen könne, wollte Peskow nicht kommentieren: "Wir sind nicht für Kaffeesatz-Leserei geeignet." Die USA wollten aber die Umsetzung des Projekts so weit wie möglich erschweren, sagt er. Seit Anfang Dezember geht der Bau nach einjähriger Unterbrechung weiter. Der Chef des russischen Energiekonzerns, Alexej Miller, sagte, 94 Prozent der Pipeline seien inzwischen fertig gebaut - derzeit mehr als 2300 Kilometer.

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Durch die beiden Leitungsstränge sollen künftig jedes Jahr zusätzlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. Die USA warnen dagegen vor zu großer Abhängigkeit Europas von russischem Gas. Kritiker werfen Washington dagegen vor, nur eigenes Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen. Widerstände gegen das Projekt gibt es auch innerhalb der EU, etwa in Polen. (dpa/apa/red)