Bauindustrie

Wiener U-Bahn: Swietelsky, Hochtief und Habau starten mit Bauarbeiten

Die Baukonzerne Swietelsky, Hochtief und Habau haben im Auftrag der Wiener Linien mit den Arbeiten am Ausbau der Wiener U-Bahn begonnen. Das Auftragsvolumen der Arbeitsgemeinschaft beläuft sich auf 242 Millionen Euro. Hier einige Hintergründe zur komplexen Bautechnologie des Projekts.

Hier im Bild die Arbeiten am Matzleinsdorfer Platz.

Swietelsky baut in den nächsten Jahren die U-Bahn der Bundeshauptstadt aus. Die Wiener Linien beauftragten eine Arge – bestehend zu jeweils einem Drittel aus Swietelsky, Hochtief und Habau – mit der Realisierung zweier Baulose für die Linien U2 und die neue U5. Das gesamte Auftragsvolumen der Arge beträgt rund 242 Millionen Euro. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich sechs Jahre dauern.

Swietelsky, drittgrößtes Bauunternehmen Österreichs, hat bereits an früheren U-Bahn-Projekten in Wien mitgewirkt. Der Konzern beschäftigt etwa 11 000 Mitarbeiter und beziffert seine jährliche Bauleistung mit rund drei Milliarden Euro. Nun freue man sich, diese Tradition fortsetzen zu können, so Vorstandsvorsitzender Karl Weidlinger: "Inklusive außerhalb der Arge beauftragter Vorarbeiten geht es allein für Swietelsky beim aktuellen Wiener U-Bahnprojekt um ein Auftragsvolumen von 92 Millionen Euro."

Mit dem Spatenstich bei der künftigen U5-Station Frankhplatz sind nun auch offiziell die Bauarbeiten zum größten Verkehrsprojekt der Stadt gestartet. Ziel ist die Verlängerung der U2 Richtung Matzleinsdorfer Platz sowie die Arbeiten am ersten Teilstück der neuen U5 bis Frankhplatz. Für den weiteren geplanten Ausbau der beiden Linien ist die Finanzierungsvereinbarung noch ausständig. Bei der Veranstaltung waren vergangene Woche Verkehrsministerin Leonore Gewessler, Finanzminister Gernot Blümel, Finanz- und Verkehrsstadtrat Peter Hanke sowie Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer anwesend.

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Das Linienkreuz U2xU5 ist das erste U-Bahnprojekt im Zentrum der Stadt seit dem Bau der U3 in den 1990er Jahren. Rund 370.000 Menschen leben und arbeiten im unmittelbaren Einzugsbereich der neuen Strecken und profitieren damit direkt vom Netzausbau. Insgesamt schafft der Öffi-Ausbau U2xU5 Kapazität für 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste. Und auch die Umwelt wird mit dem U-Bahn-Ausbau massiv entlastet. Bis zu 75.000 Tonnen CO2 können jährlich durch die Verlagerung des Autoverkehrs auf die Öffis künftig eingespart werden.

Wiener Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer bezeichnete die offizielle Bauzeit als "herausfordernd". Generell seien U-Bahnen "die zentralen, umweltrelevanten Lebensadern in einer Stadt. Die Linien U2 und U5 sind echte Hauptschlagadern für die Öffis und den Klimaschutz. Mit U2xU5 schaffen wir zusätzliche Kapazitäten für das Öffi-Netz der Zukunft und eine umweltfreundliche Stadtplanung."

Einrichtung der Baufelder

Seit rund 10 Tagen laufen die Vorarbeiten der Arge U2xU5 Rathaus/Frankhplatz für den U-Bahn-Bau bei den Stationen U2xU5 Rathaus und U5 Frankhplatz. Die Umleitungsstrecke für den Verkehr wurde bereits eingerichtet, damit direkt im Anschluss die für die Bauarbeiten notwendigen Baufelder freigemacht werden können. So wird in den entsprechenden Bereichen beispielsweise der Asphalt entfernt, Gehsteigkanten abgetragen und die Baustellenflächen eingezäunt.

Bauarbeiten für U-Bahnschächte beginnen

Noch im März beginnen bereits die Bauarbeiten zu den Stationen und U-Bahnschächten bei den Stationen Rathaus und Frankhplatz. Bis zu 60 Meter lange Bohrpfähle sichern dabei die Schächte, die dann in weiterer Folge ausgehoben werden. Ein zusätzlicher Bauschacht wird im Bereich der Station Schottentor, neben der Universität errichtet, damit hier künftig die U2 auf ihre neue Strecke in Richtung Matzleinsdorfer Platz abbiegen kann. Die Verbindung zur bestehenden U2-Strecke wird im Rahmen der dafür notwendigen U2-Teilsperre ab Ende Mai hergestellt.

Tunnelvortrieb in bewährter Neuer Österreichischer Tunnelbaumethode

Die ersten Tunnelvortriebsarbeiten nach der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode (NÖT) starten beim Abschnitt Rathaus voraussichtlich Mitte 2022 und beim Frankhplatz im Frühjahr 2023. Diese variantenreiche bergmännische Baumethode wird eingesetzt, wenn Untergrund und Bauwerksgeometrie eine größere Flexibilität erfordern. Dafür muss mittels Brunnen das Grundwasser abgesenkt werden. Die Notwendigkeit aufgrund der vorherrschenden Geologie in diesem Bereich wurde bereits im Vorfeld, im Zuge der Probebohrungen entlang der neuen Trasse, in Erfahrung gebracht.

Bis zur Fertigstellung der Linien U5 bis Frankhplatz 2026 und der Linie U2 bis Matzleinsdorfer Platz 2028 investieren Bund, Stadt Wien und die Wiener Linien rund 2,1 Mrd. Euro in das Jahrhundertprojekt U2xU5.

(red)

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