Infrastruktur

Wiener Flughafen: Dritte Piste nicht vor 2030

Nach den Worten von Vorstand Günther Ofner gibt es auf der dritten Piste des Wiener Flughafens frühestens 2030 die ersten Starts und Landungen. Derzeit ist eine Pipeline, eine Bundesstraße sowie 20 Windräder, Stromleitungen und ein Hügel im Weg.

Der Bau der dritten Piste am Flughafen Wien lässt zwar die Wogen hochgehen, gelandet und gestartet wird dort aber selbst unter idealen Voraussetzungen frühestens 2030, bekräftigte Flughafen-Wien-Vorstand Günther Ofner bei der Gewinn-Messe. Vorher müssen unter anderem die Trans-Adria Pipeline und die Bundesstraße verlegt und ein störender Hügel abgetragen werden.

Auch 20 Windräder, Strom- und Gasleitungen stehen noch im Weg. Außerdem muss der Flughafen erst Grundstücke erwerben, räumte Ofner auf Aktionärsfragen ein. Die Piste selber sei nur "das Schlagobershäubchen am Kaffee", vorher müsse der Kaffee zubereitet werden.

Ofner rechnet für den Flughafen Wien mit weiteren Passagierzuwächsen, auch wenn ein allfälliger Rückzug eines Lowcost-Carriers zwischenzeitlich auch Rückgänge auslösen könnte. Dennoch hätte er gerne auch die Passagiere von Bratislava in Wien. Voraussetzung wäre dazu eine effiziente Bahnverbindung, die in 20 Minuten die Strecke überwinden könnte. Der Flughafen Bratislava wäre angesichts der hohen Grundstückspreise und der rückläufigen Passagierzahlen am besten als Immobilien zu verwerten, sagte Ofner. So einen Plan habe es auch schon gegeben.

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Einmal mehr sagte Ofner, die Luftfahrtindustrie stehe bezüglich CO2-Ausstoß zu Unrecht am Pranger. Weltweit sei der Flugverkehr nur für 2,7 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich, in Europa für 0,56 Prozent und in Österreich nur für 0,16 Prozent. "Selbst wenn morgen kein Flugzeug mehr starten oder landen würde, wäre natürlich das Klima- und CO2-Thema bei weitem nicht gelöst." Außerdem habe sich die Luftfahrtindustrie verpflichtet, ab 2020 CO2-neutral zu wachsen. (apa/red)

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