Erdgas

Wegen Nord Stream 2: Washington droht direkt der OMV mit Sanktionen

Der amerikanische Botschafter in Österreich, Trevor Traina, hat der OMV wegen der Beteiligung an der russischen Gasröhre Nord Stream 2 wieder mit Sanktionen gedroht. Den USA gehe es nicht darum, eigenes Flüssiggas an Europa zu verkaufen. In Wien hieß es, die bisherige Linie werde beibehalten.

Der US-Botschafter in Österreich, Trevor Traina, hat der OMV und anderen Unternehmen, die sich an der Finanzierung der russischen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 beteiligen, mit Sanktionen gedroht. "Sanktionen sind immer eine Option", sagte Traina in einem Interview mit dem "Standard".

"LNG nicht der Grund"

Den USA sei die Verteidigung Europas ein Anliegen, begründete Traina die Haltung der USA. In der Vergangenheit seien schon Menschen gestorben, weil Russland im Winter den Gashahn abgedreht habe. Es gehe den USA nicht darum, ihr eigenes Flüssiggas an Europa zu verkaufen.

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Wien: Bisherige Linie wird beibehalten

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) bekräftigte die Unterstützung Österreichs für das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2. "Wir kaufen Gas, wenn die Konditionen und der Preis stimmen", sagte Schramböck der Zeitung.

Die geplante österreichische Digitalsteuer wäre für US-Konzerne "sehr ärgerlich", sagte der US-Botschafter. Für Europa wäre eine solche Steuer aber noch schädlicher. "Dass es in Europa keine Googles oder Facebooks gibt, hängt damit zusammen, dass es in vielen EU-Ländern nicht das richtige Umfeld oder Klima für diese Firmen gibt." (apa/red)

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