Smart Meter

Vom steirischen Millionenauftrag für "Smart Meter" profitieren Franzosen und Schweizer

In der Steiermark soll die Mehrheit der Haushalte sogenannte "intelligente" Stromzähler bekommen. Für die Energiewende sind sie nicht nötig - über den Auftrag im Wert von 250 Millionen Euro freuen sich Hersteller aus Frankreich und der Schweiz.

Ab Herbst 2017 soll der überwiegende Teil der steirischen Haushalte sogenannte Smart-Meter - "intelligente", digitale Stromzähler - bekommen. Die Energie Steiermark hat zusammen mit 30 kleineren steirischen Energieunternehmen einen Auftrag über 250 Mio. Euro ausgeschrieben. Zwei Hersteller aus Frankreich und der Schweiz haben das Rennen gemacht. Das Innenleben kommt von ams in Unterpremstätten.

Die Kooperations-Partnerschaft zwischen dem steirischen Energieversorger und den 30 EVU-Partnern wird für die Dauer von mehr als drei Jahren bestehen, bis die rund 90 Prozent der steirischen Haushalte ihre neuen Stromzähler haben. Vereinzelte Energieversorgungsunternehmen (EVU) haben auf eigene Ausschreibungen gesetzt und andere Anbieter beauftragt - etwa die Stadtwerke Kapfenberg den slowenischen Hersteller Iskraemeco.

Bei der europaweiten Ausschreibung der Energie Steiermark und Partner haben die französische Sagemcom und die Schweizer Landris+Gyr gewonnen. Sie erhalten jeweils ein Los zu 60 bzw. 40 Prozent. Qualitativ bestehe kein Unterschied zwischen den Anbietern, die Verteilung auf zwei soll aber für Ausfallssicherheit sorgen, erklärten die Energie Steiermark-Vorstände Christian Purrer und Martin Graf bei einer Pressekonferenz in Graz.

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An der verwendeten Technologie beteiligt sich auch der steirische Halbleiter-Hersteller AMS. Der Lieferauftrag für die Smart-Meter hat ein Volumen von rund 70 Mio. Euro. Das Gesamtinvestionsvolumen für die Einführung der intelligenten Stromzähler inklusive Montage, Infrastruktur für Datenübertragung und Datenverarbeitung umfasst rund 250 Mio. Euro. Davon fließen 150 Mio. Euro in steirische Unternehmen.

Zwischen 2017 und 2021 sollen durch die Umrüstungen mehr als 200 steirische Arbeitsplätze gesichert sein. Der Umbau dauert rund 20 Minuten und kostet den Kunden nichts. Wer keinen Smart-Meter möchte, kann ihn verweigern, bekommt aber dennoch einen neuen Zähler. Dieser sei dann aber so modifiziert, dass er wie bisher abgelesen werden muss - nämlich jährlich.

Die gesammelten Daten würden über gesicherte Leitungen an das Unternehmen gesendet, glaubt man bei der Energie Steiermark. (APA/red)

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