Stahlindustrie

Umfassende Modernisierung des Krakauer Stahlwerks von Arcerlormittal

Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelormittal hat seinen größten Standort in Polen umfassend modernisiert - unter anderem mit einer Neuzustellung des Hochofens. Ein großer Teil der Gelder stammt von den Geberländern der EU.

Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelormittal hat die umfassende Modernisierung seines Werks in der polnischen Stadt Krakau abgeschlossen. Bei dem Werk handelt es sich um das größte Stahlwerk des Konzerns in Polen. Hinter den Vorhaben stehen Investitionen von 118 Millionen Euro.

Am Standort hat der Konzern den Sauerstoffaufblaskonverter modernisiert sowie die Kapazitäten des Walzwerks ausgebaut. Zudem investierte Arcelormittal auch in eine neue Feuerverzinkungsanlage.

Der wichtigste Teil der Modernisierung war allerdings die Neuzustellung des Hochofens Nummer 5. Diese Maßnahme gewähre dem Werk ein Fortbestehen in den nächsten 20 Jahren, meldet der Hersteller.

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Eckdaten zum Stahlwerk

Das 1954 gebaute Krakauer Werk ist das zweitgrößte Stahlwerk Polens. Es hieß früher "Huta Lenina", später "Huta im. T. Sendzimira" und wurde von Arcelormittal 2005 übernommen.

Die in den kommunistischen Zeiten erreichten Produktionsvolumina von knapp sieben Millionen Tonnen Stahl pro Jahr sind inzwischen auf etwa 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr gesunken. Die Zahl der Mitarbeiter ging von etwa 40.000 auf heute knapp 3.500 Beschäftigte zurück.

Seit der Übernahme hat Arcelormittal umgerechnet etwa 718 Millionen Euro in den Standort investiert. Das 2007 in Betrieb genommene Warmbandwerk sei immer noch das modernste des ganzen Konzerns und die größte Investition ihrer Art in der europäischen Stahlindustrie in den letzten 20 Jahren, so Arcelormittal.

Konjunktur Polens hängt direkt vom Geld der Geberländer ab

Bei seinen Investitionen in das Krakauer Werk bekam der Stahlriese auch Förderungen der EU. Tatsächlich dürfte das Geld der Geberländer an diesem Standort wie überall in Polen einen großen Anteil haben.

Das Land überstand die Wirtschaftskrise ohne nennenswerte konjunkturelle Rückgänge und erreicht derzeit ein Wachstum von drei Prozent pro Jahr. Inzwischen hat sich Polen unter den 25 größten Wirtschaften der Welt etabliert.

Allerdings ist Polen wie andere Länder Osteuropas weiterhin massiv von EU-Förderungen abhängig. Das Geld kommt bekanntlich von den Nettozahlern innerhalb der EU, darunter auch von Österreich. Deutschland übernimmt bei der Finanzierung den mit Abstand größten Anteil.

Mit Abstand größter Nettoempfänger der EU

So bekommt Polen in der Förderperiode zwischen 2014 und 2020 rund 83 Milliarden Euro überwiesen, wie das österreichische Außenwirtschaftscenter in Warschau bestätigt. Damit ist das Land das mit weitem Abstand größte Empfängerland der EU.

Überspitzt formuliert könnte man also sagen, der Boom Polens sei direkt von Überweisungen aus Brüssel abhängig. Genau das belegt auch die polnische Konjunkturentwicklung des vergangenen Jahres.

Als es 2016 wegen des Antritts der nationalkonservativen Partei PIS zu einem Rückstau der Brüsseler Förderungen kam, schlug das sofort auf das wirtschaftliche Geschehen im Land bis hin zum Geschehen am Bau durch. Inzwischen fließen die Gelder wieder - und Polens Konjunktur brummt.  

(pm)

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