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Schoeller-Bleckmann: Beim billigen Öl kommt 2017 die Trendwende

Für den heimischen Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann sei 2016 ein "extrem schwieriges Jahr", so Konzernchef Gerald Grohmann. Doch ab dem kommenden Jahr erwartet Grohmann eine umfassende Trendwende.

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Der Chef des niederösterreichischen Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann (SBO), Gerald Grohmann, erwartet 2017 ein Ende des Ungleichgewichts am Ölmarkt, wodurch die Ölindustrie zu neuen heiß ersehnten Investments veranlasst werden könnte. 2016 sei aber auch für SBO ein "extrem schwieriges Jahr", das gelte auch für die nächsten Quartale, so Grohmann zur APA: "Der Abschwung ist noch nicht vorbei."

Die Erwartung sei, dass es 2017 zu einer Balance von Angebot und Nachfrage auf den internationalen Ölmärkten kommt und deshalb von den Playern der Ölindustrie wieder mehr investiert wird. Je länger die Investitionsflaute anhalte, desto größer werde auch der Nachholbedarf sein, "denn man kommt möglicherweise in eine Under-Supply-Situation hinein".

Zeit der Volatilität geht weiter

Bis dahin müsse man sich auf eine gewisse Zeit der Volatilität einstellen. Ja, die Zahl der Ring-Counts, also der neuen Bohrlöcher, sei schon länger - etliche Wochen - im Steigen begriffen, "aber wir sehen noch nicht, dass die Ölfirmen in einem größeren Ausmaß in Exploration und Produktion investieren - ganz im Gegenteil". Die entsprechenden Investitionen würden nämlich heuer um weitere 26 Prozent zurückgehen, lauten Schätzungen, nach bereits 21 Prozent Minus im Jahr 2015.

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Seitens der Konjunktur sieht Grohmann durchaus eine lebhaftere Ölnachfrage. In China habe sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Aber die ohnedies recht vorsichtige Internationale Energie-Agentur (IEA) habe die Erwartung für den weltweiten Ölverbrauchsanstieg im Jahr 2016 von früher plus 1,2 Mio. Barrel täglich auf nunmehr +1,5 mb/d hinaufgesetzt - und im letzten Quartal habe der Anstieg im Schnitt sogar 1,6 Mio. Fass pro Tag betragen, so der SBO-Chef gegenüber der Austria Presse Agentur.

Machtampf zwischen sunnitischen und schiitischen Regionen

Die Erwartungen für das geplante OPEC-Treffen Ende September in Algerien meint Grohmann: "Auch bisherige Treffen sind meist ohne große Auswirkungen geblieben." Es gebe ein Tauziehen zwischen sunnitischen und schiitischen Einflussbereichen, und der auf den Ölmarkt zurückgekehrte Iran wolle auch sein Stück vom Kuchen.

Endlos könne "das Spiel" aber nicht gehen, denn die Saudis und der Iran würden bereits nahe ihres Maximums fördern. Allerdings könne dieser "Poker um Marktanteile" den Aufschwung noch etwas hinauszögern, meint der SBO-Chef.

SBO "gut gerüstet"

Aufgrund der guten Bilanzstruktur sieht Grohmann die SBO gut gerüstet für den für 2017 erhofften Rebound. Möglicherweise könne man von der Trendwende sogar besser profitieren als andere Ölfeldausrüster - "es wird eine Marktbereinigung kommen, die vielleicht nicht alle Konkurrenten so gut überleben wie wir".

Zum vergleichsweise geringen Verlust im zweiten Quartal betont Grohmann, dass dies einem einmaligen Sondereffekt zu verdanken sei, der mit der Neubewertung einer Option zum Erwerb von Minderheitsanteilen an der Tochter Resource zusammenhängt. Im Halbjahr führte die Bewertung zu einem nicht cash-wirksamen Einmalertrag von 10,5 Mio. Euro.

Zum Stammsitz Ternitz in NÖ ist Grohmann froh, während der Kurzarbeit den Mitarbeiterstand von knapp 320 halten zu können. (APA/red)

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