Infrastruktur

Post hat offenbar neuen Logistikstandort gefunden

Verteilerzentrum soll 2019 in Betrieb gehen. Die genaue Adresse bleibt vorerst noch geheim.

Von
Post Infrastruktur Post Logistik Verteilerzentrum Standortsuche

Post-Generaldirektor Georg Pölzl ist nach der Schlappe in Langenzersdorf vorsichtiger geworden. Der neue Standort bleibt vorerst geheim. 

Diese Suche war nur von kurzer Dauer. Die österreichische Post hat offenbar einen neuen Standort für ihr Verteilerzentrum gefunden. „Wir sind nördlich von Wien fündig geworden, Einzelheiten dazu werden wir in den nächsten Wochen bekanntgeben“, bestätigt Post-Pressesprecher David Weichselbaum auf Anfrage des Industriemagazin. Man sei zuversichtlich, dass man 2019 den Betrieb aufnehmen werden könne.

Erst Anfang Jänner wurde das Vorhaben, im niederösterreichischen Langenzersdorf  ein neues Logistikzentrum zu errichten, nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit zu Grabe getragen. Gescheitert ist man an einem nicht zustande gekommenen Grundstückskauf. Die Korneuburger Stadtverwaltung verweigerte der Post das für die Zufahrt notwendige Areal - aus „Rücksicht auf die Anrainer von Bisamberg und Langenzersdorf“, hieß es. Das Zentrum mit rund 300 Mitarbeitern wäre auf einem rund zehn Hektar großen Gelände geplant gewesen, knapp 50 Millionen Euro Errichtungskosten waren veranschlagt.

Massiver Widerstand

Gegen das Projekt gab es von Anfang an Widerstand. Eine Bürgerinitiative hatte angekündigt, „mit allen rechtlichen Mitteln“ gegen das geplante Post-Verteilerzentrum an der A22 vorgehen zu wollen. Das ist vermutlich auch ein Grund, warum sich die Post derzeit noch über den neuen Standort ausschweigt. Man befürchtet, dass auch dieser Grundstücksdeal nicht friktionsfrei über die Bühne gehen wird. 

„Natürlich muss ein neuer Standort, ob von der Post oder anderen Unternehmen, gewisse Grundvoraussetzungen wie Wirtschaftlichkeit und eine adäquate Verkehrsanbindung erfüllen. Das stellt nicht nur uns bei der Suche nach geeigneten Flächen, vor allem in einem definierten Gebiet mit begrenztem Angebot, zunehmend vor Herausforderungen“, sagt Weichselbaum. Von visionären Konzepten wie etwa unterirdischen Transport- und Verteilersystemen, die weniger Platz benötigen und ein geringeres Verkehrsaufkommen mit sich bringen würden, sieht man bei der Post derzeit noch ab. Zwar werde man zukünftig sicherlich zusätzlich zum Normalbetrieb auch alternative Modelle andenken, einen Logistikstandort, wie ihn die Post benötige, könnten diese jedoch nicht ersetzen. „Noch haben wir keine Schweizer Verhältnisse, wie beispielsweise mehrgeschossige Logistiklösungen“, sagt Weichselbaum.

Verwandte tecfindr-Einträge