Autoindustrie

Paris: Fusion von Fiat Chrysler und Renault bleibt "eine sehr gute Option"

Frankreichs Regierung schließt einen neuen Anlauf zur Fusion der Autokonzerne Renault und Fiat Chrysler nicht aus - belässt aber seine Bedingungen unverändert. Insidern zufolge verhandeln auch die Konzernspitzen im Hintergrund weiter.

Die französische Verkehrsministerin hat einen neuen Anlauf zu einem Zusammengehen von Renault mit dem italienisch-amerikanischen Konkurrenten Fiat Chrysler nicht ausgeschlossen. Auf die Frage, ob die Gespräche zwischen beiden Autobauern darüber beendet seien, sagte Elisabeth Borne im TV-Sender BFM: "Ich glaube, das ist nicht abgeschlossen."

Paris belässt seine Bedingungen unverändert

Zuvor hatte Finanzminister Bruno Le Maire erklärt, die Fusion bleibe eine sehr gute Option. Doch an den Bedingungen des französischen Staates, der an Renault mit 15 Prozent beteiligt ist, habe sich nichts geändert.

Fiat Chrysler hatte seine Bemühungen um eine Verschmelzung mit Renault vergangene Woche abgebrochen und das mit politischen Hindernissen in Frankreich begründet. Details dazu: Fusion mit Renault: Paris will Verschiebung - da wirft Fiat Chrysler das Handtuch >>

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Die Regierung in Paris will die Allianz von Renault mit dem japanischen Autobauer Nissan nicht gefährden. Dessen Zustimmung zur französisch-italienischen Auto-Hochzeit hing von einer Neuordnung der Überkreuzbeteiligung von Renault und Nissan ab.
Insider: Konzernspitzen verhandeln weiter

Wie die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern erfahren hatte, versuchen Renault und Fiat, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Die beiden Autobauer FiatChrysler und Renault denken Insidern zufolge über einen möglichen neuen Anlauf für einen milliardenschweren Zusammenschluss nach. Die Vorsitzenden der Pkw-Hersteller hätten bereits darüber gesprochen, wie sie die Fusionspläne wiederbeleben könnten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Sprecher von Renault und FiatChrysler lehnten einen Kommentar dazu ab.

Problematische Fragen zu Nissan im Mittelpunkt

Die Beratungen drehten sich um die Beteiligung Renaults an Nissan Motor. Renault könnte seinen Anteil von rund 43 Prozent an seinem asiatischen Partner deutlich verringern. Im Gegenzug könnten die Japaner die Verschmelzung der zwei europäischen Autobauer unterstützen. Es sei nicht klar, ob die neuen Bemühungen zum Erfolg führen könnten.

FiatChrysler hatte die Auto-Hochzeit mit Renault am 6. Juni abgeblasen. Die Italiener zogen ihre gut 30 Milliarden Euro schwere Offerte überraschend mit sofortiger Wirkung zurück. Fiat begründete die Absage mit den fehlenden politischen Voraussetzungen in Frankreich. Durch einen Zusammenschluss von Fiat und Renault könnte der drittgrößte Automobilkonzern der Welt nach Toyota und Volkswagen entstehen. (reuters/apa/red)

Hintergrund:
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