Österreich

Nur jede zweite neu gegründete Firma überlebt die ersten fünf Jahre

Eigener Firmenchef werden - das wollen viele. Doch Neugründungen überleben oft nicht länger als fünf Jahre. Das geht aus aktuellen Daten der Statistik Austria hervor. Auch finden die meisten Neugründungen außerhalb der Industrie statt.

Statistik Austria Standort Standort Österreich

Sein eigener Chef werden, einen Shop eröffnen oder ein Kaffeehaus - das wollen viele. Doch Neugründungen überleben oft nicht länger als fünf Jahre. Das geht aus aktuellen Daten der Statistik Austria hervor. Nur knapp jedes zweite Unternehmen (49,3 Prozent), das 2012 gegründet wurde, gab es auch 2017 noch. Die höchsten Überlebensraten wiesen den Angaben zufolge Betriebe im Energieversorgungssektor (74,5 Prozent) aus.

Recht gut hielten sich in dem Fünfjahreszeitraum auch Gründungen in den Bereichen Wasserversorgung und Abfallentsorgung (65,1 Prozent), Herstellung von Waren (62,1 Prozent) sowie Grundstücks-und Wohnungswesen (61,6 Prozent), wie die Statistiker mitteilten.

2017 wurden 42.417 Firmen in Österreich gegründet - das entspricht einer Neugründungsrate von 7,7 Prozent - Tendenz leicht fallend (2016: 8,3 Prozent). Im selben Jahr verschwanden aber auch 37.171 Unternehmen vom Markt - die Schließungsrate betrug 6,8 Prozent. Im Schnitt wurden pro Neugründung 1,6 Arbeitsplätze geschaffen, pro Schließung gingen 1,5 Jobs verloren.

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Die meisten Neugründungen (89,5 Prozent) erfolgten 2017 im Dienstleistungsbereich (37.956), der Rest im produzierenden Bereich (4.461). Am beliebtesten waren das Gesundheits- und Sozialwesen (10.035), der Handel (6.891) sowie freiberufliche/technische Dienstleistungen (5.274). Dahinter folgten Beherbergung und Gastronomie (3.935) sowie das Bauwesen (2.868).

Von den fünf Jahre davor in diesen Bereichen gegründeten Unternehmen hatten die freiberuflichen/technischen Dienstleistungen mit 56,9 Prozent die besten Überlebenschancen - gefolgt von den Bereichen Bau (53,7 Prozent), Handel (47,4 Prozent), Beherbergung und Gastronomie (46,7 Prozent) sowie Gesundheits- und Sozialwesen (41,7 Prozent).

Generell waren die Überlebensraten der Betriebe im produzierenden Bereich mit im Schnitt 58,2 Prozent nach fünf Jahren höher als jene im Dienstleistungsbereich (48,2 Prozent).

Jobs schaffen die Gründer in erster Linie für sich selbst - die meisten haben kaum Mitarbeiter. 81,9 Prozent der 2017 gegründeten Unternehmen waren ohne unselbstständig Beschäftigte. 13,5 Prozent hatten zwischen einem und vier Angestellte, nur 3,3 Prozent beschäftigten zwischen fünf und neun Mitarbeiter und 1,3 Prozent über zehn Arbeitnehmer.

Fast drei Viertel (73,5 Prozent) der im Berichtsjahr neu gegründeten Firmen waren laut Statistik Austria Einzelunternehmen, 15,1 Prozent Kapitalgesellschaften, 11,4 Prozent Personengesellschaften und andere Rechtsformen. (apa/red)