Management

Nachfolger dringend gesucht: Ein wachsendes Problem im Mittelstand

Im Mittelstand blicken viele tausend Betriebe in eine ungewisse Zukunft - weil den heutigen Inhabern ein Nachfolger fehlt. In Deutschland hätten noch nie so viele Firmeneigentümer um Hilfe angesucht wie derzeit, heißt es bei der Industrie und Handelskammer.

Management Deutschland Unternehmensführung DIHK Eric Schweitzer

Tausende Unternehmer in Deutschland suchen vergeblich nach einem Nachfolger. "Noch nie haben sich so viele Alt-Inhaber bei der Suche nach einem Nachfolger für ihren Betrieb an ihre regionale Industrie- und Handelskammer gewandt", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Fortbestand vieler mittelständischer Betriebe sei gefährdet.

Immer mehr Inhaber erreichten das Ruhestandsalter, gleichzeitig werde es aber immer schwerer, externe Interessenten zu finden, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) der Zeitung. Ein Grund sei, dass "hierzulande das Interesse am Unternehmertum weiter nachlässt". Die Suche nach einem Nachfolger werde für viele Betriebsinhaber "zur sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen".

"Das Interesse am Unternehmertum lässt weiter nach"

2016 hätten sich bei den Industrie- und Handelskammern 6.654 Alt-Inhaber beraten lassen, 44 Prozent hätten keinen passenden Nachfolger gefunden, sagte Schweitzer der "FAZ". Erschwerend komme hinzu, dass die Zahl der Kaufinteressenten auch sinke. Die Schere gehe immer weiter auseinander, was sich im vergangenen Jahr besonders deutlich gezeigt habe. Hauptgrund dafür sei die Alterung der Gesellschaft, immer mehr Unternehmer erreichen das Ruhestandsalter.

Manche der Alt-Inhaber könnten allerdings auch "emotional nicht loslassen", heißt es laut Bericht beim DIHK. 41 Prozent der Senior-Unternehmer forderten deshalb einen überhöhten Kaufpreis. (afp/apa/red)

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