Logistik

Krise trifft Bahngüterverkehr in Österreich massiv

Die Coronakrise trifft auch den Bahngüterverkehr in Österreich massiv. Im zweiten Quartal gab es starke Rückgänge vor allem im grenzüberschreitenden Warentransport. In Österreich werden rund 30 Prozent der Gesamttransportleistung auf der Schiene erbracht.

Die Coronakrise trifft auch den Bahngüterverkehr massiv. Die ÖBB haben sich für 2020 bereits auf einige hundert Millionen Umsatzverlust im Gütertransport eingestellt. Nach Angaben der Statistik Austria ist das Transportaufkommen auf der Schiene insgesamt im 2. Quartal 2020 um ein Fünftel zurückgegangen. Noch stärker eingebrochen sind die Tonnagen im grenzüberschreitenden Warenverkehr.

In Österreich werden rund 30 Prozent der Gesamttransportleistung auf der Schiene erbracht. Zwei Drittel finden nach wie vor auf der Straße statt. Die Frachtschifffahrt spielt hierzulande mit etwa 2 Prozent eine vergleichsweise geringe Rolle.

"Covid-19 bremst den Güterverkehr aus", schrieb Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Nachdem es im ersten Quartal noch Zuwächse gegeben hatte, ging es im Frühjahr bergab. Im 2. Quartal wurden 20,9 Millionen Tonnen Güter auf der Schiene befördert, das waren 19,6 Prozent weniger als im Vorjahr um diese Zeit. Dabei ist die Transportleistung im Inland um 21 Prozent auf 4,4 Milliarden Tonnenkilometer (Mrd. tkm) gesunken. Im Güterverkehr auf der Donau ging das Geschäft weniger stark zurück, hier gab es ein Transportaufkommen von 2,2 Mio. t, was einer moderaten Abnahme von 2,2 Prozent entsprach.

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Empfindlich waren die Rückgänge in der Tonnage im Bahn-Gütertransport. Hier gab es von April bis Juni stärkere Einbrüche vor allem im grenzüberschreitenden Empfang (-24,5 Prozent auf 5,2 Mio. t bzw. -25,2 Prozent auf 1,1 Mrd. tkm) und im Transitverkehr (-22 Prozent auf 6,2 Mio. t bzw. -26,2 Prozent auf 1,4 Mrd. tkm).

Im grenzüberschreitenden Schienenverkehr (Empfang und Versand) wurden im 2. Quartal 2020 zusammen 8,8 Mio. t (-21,4 Prozent) Güter befördert. Deutschland, Slowenien und Italien waren wieder die bedeutendsten Herkunfts- und Zielländer mit zusammen 5,6 Mio. t und einem Anteil von 63,5 Prozent. Zum Vergleich: Voriges Frühjahr waren es 7,2 Mio. t und ein Anteil von 64,2 Prozent am Transportaufkommen.

Von 6,2 Mio. t im Transitverkehr entfielen 4,3 Mio. t (das sind 69,2 Prozent) auf Beförderungen von Deutschland nach Italien, nach Rumänien bzw. nach Ungarn sowie in umgekehrter Richtung. Das Länderpaar Deutschland-Ungarn war mit einer Abnahme von 39,5 Prozent am stärksten betroffen. (apa/red)

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